Am letzten Sonntag kämpfte bei den IRONMAN European Championship die Weltelite um die Krone von Europa. Im Profirennen zeigte Sebastian Kienle keine Schwäche und verteidigte seinen EM-Titel. Aus Bayreuther Sicht glänzte Daniel Lunkenheimer vom Team Icehouse mit einer hervorragende Zeit von 09:01:24 auf Platz 45 von über 3.000 Athleten aus 65 Nationen und konnte einen der 75 Qualifikationsplätze für den IRONMAN Hawaii sichern. Auch Stephan Tritschel und Michael Cappello zeigten sehr gute Leistungen.

Daniel Lunkenheimer beim Mainova IRONMAN 2017 in Frankfurt.

Lunkenheimers Vorbereitung auf den Wettkampf lief, bis auf eine Erkältung im Februar, richtig gut. Insbesondere in den Trainingslagern in Fuerteventura und Mallorca im Frühjahr sowie den letzten harten Schlüsseleinheiten in Bayreuth vor dem Rennen, konnte er sich die nötige Härte für Frankfurt holen.

Swim

Der Rolling-Start zum Schwimmen erfolgte am Land des Strandbades des Langener Waldsees. Die Athleten schwammen 3,8 Kilometer, welche von einem kurzen Landgang unterbrochen wurden.Mit seiner Schwimmzeit von 52:09 zeigte sich Lunkenheimer sehr zufrieden. Vor dem Landgang hatte er leider 50 bis 100 Meter extra eingebaut, da er am Seeufer den falschen Torbogen angepeilt hatte und so kurzzeitig in die falsche Richtung schwamm. Zum Glück machte ihm die Besatzung eines Begleitbootes schnell auf den Fehler aufmerksam.

Bike

Nach einer Wechselzeit von 03:53 ging es für Lunkenheimer auf die 177 Kilometer lange Radstrecke. Aufgrund einer unvermeidbaren Baustellensituation und dem Mangel an Alternativstrecken, betrug die Streckenlänge in diesem Jahr 177 km und nicht 180 Kilometer. Das Radfahren begann nach dem Ende des Schwimmkurses am Langener Waldsee und führte von Süden kommend über die Kennedyallee nach Frankfurt hinein, über die Alte Brücke. Ab hier begann ein Zweirundenkurs, welcher mit je 84 km durch die Stadtteile und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises und des Wetteraukreises im Norden und Osten von Frankfurt führte. Laut dem Team Icehouse Athleten fuhren die Mitstreiter in diesem Jahr wesentlich fairer und hielten die Windschattenzonen ein. Dem Bayreuther half, dass er teilweise schnelle Gruppen erwischte. Dies verhalf, trotz dem notwendigen Abstand zum Vordermann, zu guter Motivation und hielt das Tempo hoch. Hier mischte er sich sogar unter Athleten mir Profilizenzen und konnte mit diesen um die Positionen taktieren. In der zweiten Radrunde stiegen die Temperaturen merklich an. Unabhängig von der Hitze lieferte er mit 4:45:04 eine super Splitzeit ab.

Run

Die Rennstrecke verläuft entlang des Mains, der Skyline von Downtown Frankfurt und der historischen Museumsuferseite. Die flache Strecke ermöglicht schnelle Marathon-Zeiten. Lunkenheimer konnte sich nach einem Wechsel von 01:59 in der ersten Laufrunde zum Glück ausreichend bremsen und an seine Zeitvorgaben halten, was ihm gegen Ende des Marathons Qualen ersparte. Die erste Runde war für den Bayreuther gigantisch. Die Strecke war noch fast leer und er konnte die anfeuernden Menschenmassen am Mainufer einfach genießen. In Runde drei galt es dann für ihn, sich durchzubeißen. In Runde vier hatte er die Ziellinie schon fest vor Augen und konnte zum Schluss noch einmal seine letzten Kräfte mobilisieren und den Marathon in 3:18:20 finishen.

Hawaii-Slot

Für den IRONMAN benötigte er insgesamt 09:01:24 und verbesserte sich so nochmal zu der bereits schon sehr guten Vorjahreszeit von 09:19:34. Dies bedeutet einen 45. Gesamtplatz und Platz 9 in der Altersklasse. Insgesamt gab es in Frankfurt 75 Altersklassen Slots (Startberichtigungen) für die die IRONMAN Weltmeisterschaft 2017 in Kona-Hawaii am 14. Oktober 2017.

Stephan Tritschel und Michael Cappello

Neben Lunkeheimer startet zwei weitere Team Icehouse Athleten in Frankfurt: Stephan Tritschel finishte seine dritte Langdistanz in 10:37:53 auf dem 614. Gesamtplatz und dem 131. Altersklassenplatz. Nach einem guten Schwimmen in 1:11:23 und einem Wechsel von 6:57 ging er auf die Radstrecke welche er in 05:06:07 absolvierten. Hier musste er sich sogar phasenweise zurücknehmen um nicht zu überpacen. Nach dem zweiten Wechsel in 2:folgte der Marathon auf welchem er bis Kilometer 20 im Plan war. Leider hatte er an zwei Verpflegungsstellen kein Salz bekommen und seine Oberschenkel machten sich bemerkbar. Bis Kilometer 38 musste er damit kämpfen. Auf den letzten Kilometern ging es wieder gut. Michael Cappello erreichte das Ziel nach 12:48:18 (Swim 01:25:35 / Wechsel 10:43/ Bike 06:10:11 / Wechsel 06:32 / Run 04:55:17) auf Gesamtplatz 1701 und AK-Platzierung 218.