Auch in diesem Jahr fand die legendäre „BIKE-WANDERER-TROPHY“ unter der Schirmherrschaft des Nordbayerischen Kuriers statt. Drei verschiedene Strecken wurden bis zur Königsetappe über 44 km angeboten. Natürlich war bereits zu Jahresbeginn klar, dass sich das Team Icehouse keine Blöße geben wollte und sendete aus seinem Kader einige der hochkarätigsten Fahrer auf die Strecke. Bernd Walter informiert alle über diese legendäre Veranstaltung.

Unter ihnen keine Geringeren als Karsten Sürich mit Teamgefährtin Gerlinde Grüner, Sabine und Jürgen Kolb und Tatjana Peetz mit Copilot Bernd Walter

Bereits vor Beginn des Rennens wurden durch Petrus die Luftschleusen für ein regnerisches Stelldichein geöffnet. Schwere Bedingungen waren zu erwarten. Doch es kam noch schlimmer: Während Peetz mit Walter den Start um knappe 1 ½ Stunden verpassten, setzten Karsten Sürich und Gerlinde Grüner noch eins drauf: Zu spät am Start und dann noch 10 km verfahren.

Aber wären wir Icemänner und natürlich auch Frauen, wenn wir einfach aufgeben würden? Hier kann und muss ein eindeutiges NEIN kommen.

„Kette rechts“ war das Motto ab dem Zeitpunkt. Weder kleine Kinder, noch Frauen mit Dreigangschaltung konnten sich uns in den Weg stellen. Es galt nur ein Ziel: „die begehrte PAAR-BIKE-WANDERER-TROPHY“ musst ins Icehouse geholt werden. Bereits bei Verpflegungspunkt 1 war uns klar, dass Ziel war nicht aussichtslos. Wir hatten die erste Stelle nämlich einfach übersehen und waren schon bei Verpflegungspunkt 2. Ups ! Im Stile der „Paris-Dakar-Ralley“ - und hier scheue ich mich nicht, diesen Vergleich anzubringen, da er wahrlich gerechtfertigt war - wurden schnell die Stempel vom Ausrichtungspersonal eingeholt, die üppige Verpflegung (Cola, Cola, Cola ... aber dafür lauwarm) eingenommen und das Rennen fortgesetzt.

Peetz und Walter waren unterdessen auf Kolb-Kolb aufgefahren, die sich zwischenzeitlich die Rotmainquelle ansehen mussten. Guuuuuuuut. Wer Kultur haben will, braucht sich nicht wundern, wenn's dann mit dem Treppchen knapp wird.

Doch über endlos lange Anstiege, unter dürrer Hitze und unzähligen Unwegbarkeiten, die man sich im oberfränkischen Lande nur allzu gut ausmalen kann, ging es weiter, Gegner „einzusammeln“. Besonders hartnäckig schien mir die Frau mit dem Allterrainbike zu sein. Immer wieder brachte sie sich ins Geschehen zurück. Nur gut, dass sie nicht als Pärchen unterwegs war, sonst wäre die Paar-Wertung vielleicht doch noch knapp geworden. Verpflegungspunkt 3 wurde zum Dreh- und Angelpunkt für die Entscheidung. Dort stießen Peetz und Walter auf Grüner und Sürich. Durch einen geschickten Versuch, Peetz und Walter in ein Gespräch zu verwickeln und diese dadurch müde zu reden, wurde hier fast eine Vorentscheidung getroffen.

Grüner und Sürich ergriffen diese taktischen Vorteile am Schopfe und schossen davon. Peetz und Walter konnten kaum folgen. Wo war eigentlich Kolb und Kolb? Rotmainquelle? Sei's drum. Jetzt ging es um die Trophy. Am Berg konnte Grüner ihrem Beiwagen Sürich nicht ganz folgen. (Ähnlich wie Walter Sürich beim Gespräch bei der Verpflegungsstelle nicht ganz folgen konnte). Aber in Emtmannsberg schien die Entscheidung gefallen zu sein.

Peetz und Walter fuhren die falsche Abzweigung (obwohl die gelben Schilder quadratmetergroß waren) und verschenkten kostbare Sekunden. Waren Kolb und Kolb vielleicht auch schon da? Fragen über Fragen. Dann ging es auf die Zielgerade. Grüner und Sürich stehen vor dem Zielschild. Hatten sie in Erwartung auf das legendäre Finishershirt vergessen, ins Ziel zu fahren. Welch fataler Fehler! Oder waren Kolb und Kolb schon beim Duschen (oder immer noch bei der Rotmainquelle)? Peetz und Walter überquerten auf jeden Fall die Ziellinie und hatten das Ihrige getan, um die Trophy ins Icehouse zu bringen. Nun spielten sich tumultartige Szenen im Zielbereich ab. Keiner wusste mehr, wer nun Sieger war. Gab es überhaupt Sieger?

Irgendwie wurden viele Fotos gemacht (UND ZWAR VON JEDEM SIEGER). Einfach mal kein Rennen, eine super Strecke, schönes Wetter, viel Spaß und einfach als Pärchen unterwegs.

Vielleicht einmal ein Gedankenanstoß, nicht alles zu ernst zu nehmen. Klingt wie das Wort zum Sonntag ... stimmt: heute ist Sonntag!