Beim Dreiländer-Giro in Nauders / Österreich nahmen an diesem Wochenende rund 3.500 Fahrer teil. Die Fahrer konnten dabei aus zwei Strecken wählen: einmal aus der „kleinen“ Runde mit 134 km und 2.020 Hm und aus der großen Runde mit 168 km und 3.500 Hm. Thilo Maisel startete dabei auf der großen Runde für das Team Icehouse e.V.

 Sonntag Morgen um 06:30 Uhr war Start für die große Runde. Das Wetter war für den Renntag mit Sonnenschein und Temperaturen bis zu
30° Celcisus angesagt.

Der Start ging etwas zäh von statten, bis alle Teilnehmer die Matte für die Zeitmessung überquert hatten. Danach ging es jedoch ziemlich flott den Reschenpass hinauf, am Reschensee vorbei und gleich in eine Abfahrt hinunter nach Prad (km 36), dort begann gleich der schwierigste und anspruchsvollste Anstieg des Rennen: Es galt einen der schwersten Alpenpässe, das Stilfserjoch (einer der höchsten Alpenpässe mit 2.797 m), zu bezwingen. Da es frühmorgens noch etwas nebelig war, konnte man die Ausmaße des Anstieges nicht erkennen. Was aber schon auf dem Höhenprofil erfurchtsgebietend war, sollte sich dann als wahr herausstellen. Es galt auf ca. 28 km knapp 1.900 Hm zu überwinden.

Nachdem man die Baumgrenze passiert hatte, begann der Pass erst im eigentlichen Sinne: hier galt es noch 45 schweißtreibende Kehren zu bewältigen.

Auf der Passhöhe angekommen, hatte der Himmel auch schon aufgerissen und es erwartete einen strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.

Windjacke und Ärmlinge angelegt und ging es schon an die Abfahrt nach St. Maria (Schweiz). Für Thilo Maisel dauerte die Abfahrt nicht sehr lange, denn schon wenige Kehren nach der Passhöhe stoppte ihn ein Platten ("Jetzt konnte ich jegliche Siegerambitionen begraben"). Also Schlauch gewechselt und weiter ging's, jedoch wartete auf der Abfahrt noch ein Highlight, nämlich ein Stück "Naturstraße". Dort hatte Thilo Maisel schon schlimmste Befürchtungen, sich noch einen Platten einzufangen, ging zu seinem Glück aber gut.

 Angekommen in St. Maria wartete schon der nächste Anstieg auf Thilo Maisel, nämlich der 14 km lange Anstieg zum Ofenpass. Dieser war weniger von der Länge und von der Steilheit das Problem, eher von den dort herrschenden Temperaturen. Hier im Schweizer Engadin waren die Temperaturen bis an die 30°C-Marke geklettert, was doch so manchem, auch Thilo Maisel, arg zusetzte.

Den Ofenpass erklommen ging es über ein welliges Teilstück durch das herrliche Engadin wieder in Richtung österreichischer Grenze nach Martina. Dort wartete nach ca. 160 km nochmal ein letzter Anstieg von ca. 5 km und 400 Hm auf die schon ausgelaugten Fahrer. Hatte man auch diesen Berg erklommen, konnte man sich auf die Abfahrt nach Nauders und auf das Ziel freuen...

"Nach 08:30 Std. erreichte auch ich das Ziel und ich muss sagen: Diese Veranstaltung ist einen Besuch wert."