Am 11. April 2015 fanden die 28. Deutschen Meisterschaften im 100-km-Straßenlauf in St. Leon-Rot statt. Rüdiger Burger berichtet.

Das Quartett vom Team Icehouse mit Andrea Schadewell, Klaus-Dieter Hellwig, Frank und Rüdiger Burger reiste mit etwas Bauchkribbeln bereits am Vortag an. Eine Deutsche Meisterschaft ist im Laufkalender ein Höhepunkt und für jede(n) Sportler(in) etwas Besonderes und hat damit seine Eigendynamik. Aus den Starterlisten und den gelisteten Zeiten konnte man entnehmen, dass sich insbesondere das Männer-Team von Team Icehouse in der Altersklasse Senioren 1 (alle Starter älter als 50 Jahre) berechtigte Chancen auf einen Podiumsplatz in dieser Konkurrenz machen konnte, dazu aber später mehr.

Am Wettkampftag kurz vor 5 Uhr wich die nächtliche Ruhe einem emsigen Treiben in der Multifunktionshalle des Veranstalters, wo eine Vielzahl der Wettkämpfer die Nacht verbrachten. Nach einem reichhaltigen Frühstück begaben sich die Ultraläufer(innen) in den Stadionbereich, wo sich auch der Start befand. Andrea bekam noch letzte Instruktionen von Ihrem Trainer Jörg Stutzke, zwecks der Renntaktik.

Pünktlich um 7 Uhr erfolgte der Startschuss für 119 Läuferinnen und Läufer, die Hatz auf Bestzeiten und Platzierungen begann. Das Teilnehmerfeld zog sich auf dieser 5-Kilometer-Runde recht schnell auseinander. Bereits in der zweiten Runde löste sich der amtierende Deutsche Meister über 100 Kilometer Adam Zahoran von der LG Bamberg, gefolgt von Moritz Kufferath und Florian Böhme aus der Führungsgruppe. Mit etwas Abstand hinter dem Führungstrio bildete sich eine Gruppe mit Moritz Auf der Heide, Carsten Stegner, Jan Hendrik Hans, Michael Sommer, Jörg Hoos und Thomas Klingenberger. Bei Halbzeit des Rennens hatte Adam Zahoran bereits einen Vorsprung von 05:30 Minuten herausgelaufen. In der 10. Runde lief die 6er Gruppe auf den bereits recht müde wirkenden Moritz Kufferath auf und wenig später wurde auch Florian Böhme eingeholt. Ab Kilometer 60 verschärft Carsten Stegner das Tempo. Die Zermürbungstaktik des Neulings geht auf, zuerst erwischt es Moritz Kufferath, dann Florian Böhme, Jörg Hoos und Thomas Klingenberger. Zuletzt muss auch Adam Zahoran kurz vor Schluss des Rennens die Segel streichen. Neuling Carsten Stegner hatte bis zum Schluss noch Selbstzweifel, ob es reichen würde. Er überraschte alle mit diesem Husarenritt und überquerte mit der Zeit von 07:13:38 Std. die Ziellinie. Altmeister Michael Sommer von der EK Schwaikheim sicherte sich mit der Zeit von 07:19 Std. den zweiten Platz gefolgt vom Drittplatzierten Moritz Auf der Heide von LAZ Puma Rhein-Sieg, der nach 07:26 Std. die Ziellinie überquerte.

Die Frauenkonkurrenz war nur bis zur Halbzeit spannend, nachdem Pamela Veith ihre Magenprobleme in Griff bekam und wenig später auch noch das Tempo forcierte, enteilte Sie der Konkurrenz und lief in 08:02 Std. in neuer persönlicher Bestzeit zu Ihrem dritten 100 km-Titel in Folge. Für die Zweite Branka Hajek blieb die Uhr nach 08:23 Stunden stehen. Gefolgt von der sehr stark laufenden Barbara Mallmann, die nach 08:25 Stunden ebenfalls in neuer persönlicher Bestzeit die Ziellinie überquerte.

Besonders hervorheben muss man noch die Leistung von Frida Södemark aus Schweden, die außer Konkurrenz mitlief. Sie blieb als einzige der Frauenkonkurrenz unter 8 Stunden und beendete das Rennen in einer Zeit von 07:53:31 Stunden.

Die relativ hohe Ausfallquote von fast 30 % ist vermutlich damit zu erklären, dass viele mit der ungewohnten Wärme und dem teilweise böigem Winden nicht zurechtkamen, und mit dem teilweise zu hohen gewählten Anfangstempo. Am Ende erreichten nur 60 Männer und 23 Frauen das Ziel.

Obgleich die Laufziele von Frank und Rüdiger Burger dieses Jahr woanders liegen, beschlossen die beiden Brüder, Andrea Schadewell bei ihrem Vorhaben, die 100 Kilometer unter 9 Stunden zu finishen, zu unterstützen. Die ersten 50 Kilometer wurden dann auch nach 04:13 Std. von Frank und Andrea zurückgelegt. Rüdiger Burger musste abreißen lassen und benötigte für die ersten 50 Kilometern 04:15 Stunden, vermutlich hat die erst vor 2 Wochen überstandene Erkältung ihre Spuren hinterlassen. Frank musste ab Kilometer 60 auch dem Anfangstempo nachgeben, so dass Andrea Schadewell nunmehr einsam die folgenden Runden zurücklegen musste. Andrea konnte das Tempo immer noch recht hoch halten, obgleich die Wetterbedingungen auch Ihren Tribut abverlangten. Nachdem Andrea Rüdiger Burger überrundete und beim Einbiegen auf die letzte Runde auch auf Frank auflief, beschloss dieser nochmals Tempo für Andrea zu machen. Andrea Schadewell konnte die Prognose von Ihrem Trainer Jörg Stutzke bestätigen und durchlief die Ziellinie in der Zeit von 08:47:26 Stunden. Im Endklassement bedeutet dies den 6. Platz im der Frauenkonkurrenz und  die Deutsche Meisterschaft in der Alterklasse W 35. Was für ein Wahnsinn: nicht nur, dass Andrea ihre persönliche Bestzeit gleich noch mal um fast 40 Minuten verbesserte, sondern sie unterbot gleichzeitig auch noch den oberfränkischen Rekord von Gisela König von der SG Hutschenreuther Selb aus dem Jahre 1998 um fast 7 Minuten.

Nach 09:14 Stunden beendet Frank Burger die 100 Kilometer, kurz darauf folgte auch schon sein Bruder Rüdiger, der in 09:36 Std. die Ziellinie überquerte. Klaus-Dieter Hellwig benötigte für die 100 Kilometer eine Zeit von 11:28 Stunden. Team Icehouse brauchte sich in der Herrenkonkurrenz keineswegs verstecken: Frank Burger wurde in der Altersklasse mit den Bronzeplatz und Rüdiger Burger mit  dem 6. Platz ausgezeichnet. In der Mannschaftswertung wurde das unmöglich Realität, dieser Wille bescherte dem Team Icehouse den 6. Platz in der offenen Wertung und sogar mit den Deutschen Vizemeistertitel in der Senioren-1-Wertung (alle Mannschaften über 50-jährige).