Am 14.07.2018 fanden die deutschen Meisterschaft der Deutschen Ultramarathon Vereinigung (DUV) beim 5. Maintail-Ultratrail in Veitshöchheim statt. Rüdiger Burger berichtet.

Frank Burger, Hans Eichmüller und Rüdiger Burger beim 5. Maintal-Ultratrail

Im Maintal-Ultratrail steckt mehr Trail drin, als man denkt. Wie schon auf der Veranstalterseite zu lesen war, verwies dieser auf die vielen kleinen, teils knackigen Anstiege. Hut ab vor allen Finishern, egal welche Teilstrecke gelaufen wurde. Wie nicht anders zu erwarten war, befanden sich unter den 300 Startern/-innen auch drei Ultraläufer vom Team Icehouse e.V. Wie schon an vorangegangenen Meisterschaftsläufen (100 km und 6-Stunden-Lauf) wollten Hans Eichmüller, Frank und Rüdiger Burger wieder wichtige Punkte für die Bundesliga-Wertung erzielen. Die Strecke hatte so seine Tücken, dass der eine oder andere Sturz nicht ausblieb. Gott sei Dank blieb ich davon verschont.

Nach einem kurzen Briefing vom Chef-Organisator Thomas Gumpert und Grußworten von DUV-Präsident Günther Weitzer erfolgte pünktlich um 07:00 Uhr der Startschuss für die 64,5 km mit 1700 Höhenmetern. Das Läuferfeld wurde bereits nach etwa 2 km recht weit auseinander gezogen. Nach etwa 10 km bildeten sich meist kleine Grüppchen. Je weiter die Zeit fortschritt, desto mehr sah man nur noch vereinzelt Läufer/innen.

Ich hatte eigentlich bereits nach etwa 15 km schon schwere Beine, denn die An- und Abstiege waren nicht ohne und hinterließen nicht nur bei mir Ihre Spuren. Aber was macht man alles für die Mannschaft, also Tempo rausnehmen und kontrolliert weiterlaufen. Vermutlich hatte ich im Vorfeld die Strecke unterschätzt, da Frank und ich bereits 2014 schon mal gelaufen sind und ich sie damals als als nicht so schlimm empfand.

Bei Kilometer 31,7 Kilometer - am äußersten Punkt der Strecke - wurde neben der Verpflegungsstelle auch ein Kontrollpunkt eingerichtet. Es lief bis dahin eigentlich recht ordentlich, hatte jetzt den Rhythmus gefunden. Kurz vor Erreichen des 4. Verpflegungspunktes bei Kilometer 40,2 lief ich auf Florian Bachmaier auf, der schwer mit der Strecke und sich zu kämpfen hatte. Solche Up- und Down- Phasen hat ein Ultraläufer ständig. Wie ich später erfuhr, hatte Florian Bachmaier bei Kilometer 48 bereits seine Startnummer abgenommen und wollte aufgeben. Erst auf Zureden von Peter Hübner (beide sind 2017 den Spartathlon zusammengelaufen) lief er das Rennen zu Ende, Respekt!

Wie ich schon kurz vorher am Verpflegungspunkt 4 erfuhr, sollte Frank etwa 10 Minuten Vorsprung haben. Beim nächsten Verpflegungspunkt 5 - Kilometer 47,8 - holte ich Ihn ein. Nach kurzem Plausch am Verpflegungstisch erfuhr ich, dass Frank mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Mein erster Gedanke war, ob ich ihn ein Stück begleiten sollte, aber wir hatten beim Start ausgemacht, jeder läuft sein Rennen, egal wie‘s dem Anderen geht, also hieß es „Weiter geht’s - Alles für die Mannschaft“. Bei Kilometer 56,5 am letzten Verpflegungspunkt trank ich schnell zwei Becher Cola. Auf die letzten 8 Kilometer lief ich zusammen mit Frederik Thieme vom Team Iron Mind. Nach dem letzten Hammeranstieg bei Kilometer 60 pushten wir uns gegenseitig, so dass die letzten 4 Kilometer fast schon ein Steigerungslauf waren. Auf die letzten Meter feuerte uns Hans nochmals an, der bereits im Zielbereich wartete. Hand in Hand gaben wir nochmals alles auf die letzten Meter und nicht wie üblich mit Frank, sondern mit Frederik überquerte ich die Ziellinie. Frank hatte nochmals auf die letzten Kilometer die zweite Luft bekommen, so dass der Abstand nicht einmal 2 Minuten betrug.

Durch die Einzelergebnisse, Hans Eichmüller 06:13:08 Std., Gesamtrang 32, 2. in der Altersklasse M55, Rüdiger Burger 07:07:43 Std., Gesamtrang 103, 8. in der Altersklasse M55 und Frank in 07:09:25 Std., Gesamtrang 105, 9. in der Altersklasse M55, hat es wieder zu einem Podiumsplatz in der Mannschaftswertung der Senioren 50+ gereicht. Team Icehouse belegt in der Addition der Einzelergebnisse mit einem Rückstand von weniger als 2 Minuten hinter der LG Ultralauf den 3. Platz mit einer Gesamtzeit von 20:30:17 Stunden. In der offenen Wertung der Mannschaften reichte es zum 10. Platz von 20, die in die Wertung kamen.

Mit neuem Streckenrekord wurde Moritz von der Heide in 04:47:57 Std. von der LAZ Puma Rhein-Sieg Deutscher Meister im Ultratrail. Auf die Plätze 2 und 3 kamen Alexander Dautel in 04:54:55 Std. und Frank Merrbach in 04:58:54 Std., jeweils von der LG Nord Berlin Ultrateam. In der Frauenkonkurrenz siegte Pia Winkelblech von der Asfm Göttingen in 06:08:55 Std., gefolgt von Annette Müller in 06:12:44 Std. von der LG Nord Berlin Ultrateam. Das Podium komplettierte Birgit Fauer von der LG Bad Waldseer Lauffieber in 06:18:15 Std.

Durch dieses Ergebnis konnte Team Icehouse e.V. sich in der Bundesliga-Wertung nochmals um einen Tabellenplatz verbessern. Momentan werden wir mit 50 Wertungspunkten auf dem 3. Platz gelistet. Der Vorsprung von 13 Punkten zum Vierten „Die Laufpartner“ und 18 Punkten zur „LG Mauerweg Berlin e.V.“, die den fünften Platz belegt, ist recht komfortabel, aber da wir bei der abschließenden Veranstaltung der Deutschen Meisterschaften im 24 Stundenlauf nicht an den Start gehen, können wir nur hoffen, dass die Verfolger nicht über sich hinauswachsen und uns noch den 3. Platz streitig machen.

Neben der Bundesliga-Wertung gibt es noch eine Cup-Wertung, gewertet werden 4 Ergebnisse von bestimmten Laufevents. Darin belegt Hans Eichmüller durch die guten Einzelergebnisse (50 km Rodgau, 100 km Rheine, 6-Stunden-Lauf in Hoyerswerda und Maintal-Ultratrail) den 1. Platz. Der Abstand zu den Verfolgern ist schon recht ordentlich, da aber die letzte Entscheidung erst Anfang Oktober beim Taubertal 100 fällt, kann noch viel passieren. Man wird sehen, ob Hans nochmals an den Start gehen muss, um den Platz an der Sonne zu verteidigen.