COVID. Eine Buchstabenreihe, welche zurzeit die Welt bewegt. Der Schwimmleiter vom Team Icehouse Bernd Walter sah als Triathlet darin aber noch etwas anderes als eine Krankheit.

Martin Schmidtsdorff und Martin Weigelt beim Team Icehouse Team Triathlon 51500.

Gerade als Mathematiklehrer sah er in VID die römischen Zahlen V = 5, I = 1 und D = 500. Aneinandergereiht ergeben die Zahlen die Gesamtstrecke einer Olympischen Distanz beim Triathlon 51500 (Schwimmen 1.500 m + Rad fahren 40.000 m + Laufen 10.000 m). Und CO steht einfach für Companion.

Idee

Da im Triathlon in diesem Jahr bis auf ein paar wenige Veranstaltungen fast alle Wettkämpfe ausfallen, entstand die Idee, „Suche dir einen Partner, teile die Strecken der Olympischen Distanz und nimm an dem Team Icehouse Team Triathlon 51500 teil.“.

8 Mannschaften

Unter diesem Motto meldeten sich 8 Mannschaften (Zwei Teams konnten dann aus gesundheitlichen und organisatorischen Gründen nicht starten.). Jedes Team erhielt einen hawaiianischen Namen, der sich aus den Anfangsbuchstaben der Teammitglieder und ein paar Vokalen zusammensetzte. So entstanden Teams unter dem Namen TEAM BawoRahu oder TEAM TaloNahu. Der Austragungsmodus war einfach.

Swim - Bike - Run

Mit Meldung erhielt man eine Beschreibung der 750 m Schwimmstrecke im Trebgaster See, die durch eine Einstiegstreppe und die Plattform im See klar definiert war.

Die 20 km Radstrecke ähnelte stark der üblichen Trebgaster Triathlonstrecke und wurde aus Sicherheitsgründen an der Engstelle in Lindau nur in andere Richtung gefahren.

Die abschließende Laufstrecke ging dann dreimal um den See und zusätzlich zu einem Wendepunkt, so dass die 5 km genau gelaufen wurden.

Hygienekonzept - Fairness - Eigenverantwortung

Nach einem exakten Hygienekonzept konnten sich die Mannschaften zwischen dem 13.06. - 04.07. einen Wettkampftag selbst aussuchen. Wichtige Optionen: Fairness, Rücksicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, und Eigenverantwortlichkeit. Während der erste Teamteilnehmer den Wettkampf absolvierte, übernahm der zweite die Aufsicht der Schwimmstrecke und der Wechselzone. Nachdem der Mitstreiter im Ziel ankam, ging es nach demselben Modus für den zweiten auf die Wettkampfstrecke. Wettkampfrichter war die eigene Uhr. Getrackt wurde jeder Teilnehmer per GPS.

Als erstes Team startete der Initiator Bernd Walter mit seinem Teampartner Rolf Herrling am 19.06.. Doch schon wenige Tage später beschlossen alle Teilnehmer, den Wettkampf zu unterbrechen. Ein immer noch unfassbarer Badeunfall am Trebgaster See lähmte nicht nur die Teilnehmer sondern die ganze Region. Umso klarer wurde den Triathleten, dass nicht nur bei dieser Wettkampfform sondern auch beim Schwimmen im offenen Gewässer, Schwimmer immer unter Beobachtung sein sollten. Der Wettkampf wurde somit für 4 Wochen ausgesetzt. Nicht nur der Schock sondern auch die Pietät waren hier klare Signale. Nachdem sich die Region wieder am Badesee aufhielt, ging es dann für die weiteren Mannschaften verlängert bis zum 02.08. weiter.

Finishergedanke

Das Ziel dieses Mannschaftswettkampfes lag am einfachen Finishergedanken. Und irgendwie hatte dieser Triathlon mehr denn je etwas mit dem „Urspirit“ zu tun. Die Wechselzonen waren absolut einfach und sehr provisorisch von den jeweiligen Teams gestaltet. Was am meisten an die Urtriathlons erinnerte waren die Zuschauer. Menschen, die sich einfach durch Zufall oder zum Baden am See aufhielten und die den Sportlern immer wieder Anerkennung zollten, auch wenn sie oft nicht wussten, was hier gerade betrieben wurde. Windschattenfahren war absolut nicht möglich. Ein reiner Wettkampf gegen die Uhr.

Und irgendwie hatte es mehr denn je etwas mit den Triathlons von vor 30 Jahren zu tun. Keine oder kaum Vorbereitung im Schwimmbereich aufgrund der geschlossenen Bäder, Rad fahren ohne wettkampfspezifisches Training und beim Laufen einfach ankommen.

Martin Schmidtsdorff vom Team MasoMawu, bezwang sogar mit einem Rennrad die Strecke, das man noch mit Rahmenschalthebel bediente. Er trat den Wettkampf mit Martin Weigelt an, der bei diesem Triathlon sein erstes Triathlonfinish feiern durfte. Und da die Teams auch mit unterschiedlichen Geschlechtern gebildet werden konnten, startete auch Katja Stöcker, die im letzten Jahr noch auf Hawaii finishte, mit ihrem Partner Florian Rank. Selbiger bezwang auch zum ersten Mal die Triathlondistanz mit Bravur und sicherte sich sogar den Teamplatz 3. Als zweite Frau wagte auch Triathlonnovizin Hanna Hermann mit ihrem triathlonerfahrenen Freund Lukas Fehrmann das kleine Abenteuer und finished souverän. Mit Thomas Laufer fand Nico Hofmann einen Teampartner, der sich schon auf allen Distanzen bewegte und durch diese Form wieder Geschmack am Dreikampf fand. Beide konnten sich den zweiten Platz in der Teamwertung sichern. Als finales Team absolvierten dann die Brüder Michael Capello und Stephan Tritschel am 01.08. die Distanzen. Beide hatten schon mehrere Ironmans hinter sich und beendeten bei hawaiianischen Temperaturen damit den Wettkampf.

Platzierungen

Das Team BawoRahu gewann den 1. Team Icehouse Team Triathlon 51500. Aufgrund der überschaubaren Teilnehmerzahl konnte sich aber jeder in seiner Altersklasse unter den Top 3 ehren lassen. Und wenn man die nicht vorhandenen Trainingskilometer einmal genau betrachtet und eigenen Intentionen der Teilnehmer, war jeder, der sich dieser Herausforderung stellte, ein Sieger.

  1. TEAM BawoRahu Bernd Walter Rolf Herrling 02:24:46
  2. TEAM TaloNahu Thomas Laufer Nico Hoffmann 02:33:26
  3. TEAM KasoFaru Katja Stöcker Florian Rank 02:37:42
  4. TEAM MacoSatu Michael Capello Stephan Tritschel 02:44:54
  5. TEAM MasoMawu Martin Schmidtsdorff Martin Weigelt 02:48:11
  6. TEAM HahoLafu Hanna Hermann Lukas Fehrmann 02:49:34