Am Samstag, dem 21.05.2016, fand der 44. GutsMuths-Rennsteiglauf statt. Hier ein Bericht von Rüdiger Burger und Karsten Sürich mit Zitaten von Bernd Thorandt und Linde Sürich.

Team Icehouse Running Team im Ziel in Schmiedefeld (links) bzw. am Start in Neuhaus am Rennweg (rechts)

Ultramarathon von Eisenach nach Schmiedefeld

Das Motto für das Brüderpaar Frank und Rüdiger Burger beim diesjährigen Supermarathon lautete „Time to fly!". Um 06:00 Uhr ertönte das Startsignal für fast 2.400 Ultraläufer(innen) auf den Eisenacher Marktplatz. Bei Temperaturen jenseits der 20°C-Marke wurde der "Lange Kanten" beim 44. Rennsteiglauf eine Hitzeschlacht. Viele mussten der Hitze Tribut zollen, teils mit Krämpfen; und etliche mussten vorzeitig die Segel streichen, so dass letztendlich 2.127 das Ziel in Schmiedefeld nach 72,7 Kilometern erreichten.

Rüdiger und Frank hatten beim diesjährigen Supermarathon mit anderen Umständen zu kämpfen, wie etwa bei Kilometer 20, als Rüdiger durch eine kleine Unachtsamkeit so unglücklich stürzte, dass er sich eine Rippenprellung zuzog. Durch dieses Handicap trennten sich Rüdiger und Frank etwa bei Kilometer 40, so dass jeder sein eigenes Tempo laufen sollte. Kurz nach der Marathon-Marke zwang die Erdanziehung Rüdiger ein zweites Mal zu Boden, diesmal voll mit dem Gesicht. Am nächsten Verpflegungspunkt bei Kilometer 45 wurde die Platzwunde am Auge notdürftig behandelt. Der Entschluss, das Ziel in Schmiedefeld zu erreichen, war in keinster Weise in Gefahr, da genug Power in den Beinen vorhanden war. Rüdiger erreichte nach 07:53:41 Std. das Ziel in Schmiedefeld. Im Ziel erfuhr Rüdiger von Frank, dass Frank insgesamt viermal zu Boden ging. Trotz der unplanmäßigen Stopps erreichte Frank das Ziel nach 07:29:19 Std. Der diesjährige Rennsteiglauf war für Frank gleichzeitig sein 100ster Wettkampf auf die Marathon- bzw. Ultramarathonstrecke, Glückwunsch! 

Sieger wurde bei den Herren Marc Schulze von JKrunning in der Zeit von 05:17:38 Std., bei den Frauen siegte Daniela Oemus vom SV Blau-Weiß Bürgel in neuer Rekordzeit von 05:55:38 Std.

Marathon von Neuhaus am Rennweg nach Schmiedefeld

Auf die "normale" Marathondistanz wagten sich die Team-Icehousler(innen) Hubert Erl, Bernd Thorandt sowie Linde und Karsten Sürich.

Der Start war "erst" um 09:00 Uhr, aber schon der Bustransfer von Neustadt am Rennsteig (Pension) nach Neuhaus am Rennweg war sehr amüsant, weil der Busfahrer scheinbar nicht wirklich ortskundig war und in Neuhaus einen Rechtsdrall hatte, weil er das Rennsteig-Logo mit einem Pfeil als Richtungsanweiser interpretierte und somit bei jedem Hinweisschild rechts abbog (statt geradeaus zu fahren)...

Nach dem obligatorischen Rennsteig-Lied und dem Schneewalzer-Schunkeln am Start begaben sich die vier Team-Icehouse-Sportler(innen) auf die 42,2-Kilometer-Distanz. Auch hier zeigte das Thermometer schon mehr als 20°C an. Die Strecke ist landschaftlich beeindruckend, aber auch sehr anspruchsvoll. Auch Stürze waren an der Tagesordnung, auch wenn es zum Glück "von uns" niemanden erwischt hat.

Leider musste Hubert Erl nach ca. 22 km wegen massiver Rückenschmerzen das Rennen vorzeitig beenden und noch 7 km bis zur Pension gehen. Wegen seiner top Vorbereitung war das natürlich sehr schade. Linde Sürich, die bis dahin gemeinsam mit Hubert lief, absolvierte die letzten 20 km "alleine". Sie kam nach 05:12:28 Std. super glücklich im Ziel an und freute sich, dass sie ihre Zeit von 2014 - trotz der noch heißeren Temperaturen - unterbieten konnte.
Zitat Linde: "Der wunderschöne Landschaftlauf ist so abwechslungsreich, unterhaltsam und kurzweilig, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Ich komme wieder!".

Bernd Thorandt und Karsten Sürich liefen die ersten Kilometer gemeinsam (recht zügig), aber beim ersten richtigen Anstieg hinter Limbach zahlte sich das massive Bergtraining von Bernd aus, so dass  Karsten nicht mehr mithalten konnte. Für Karsten war es der erste Marathon nach seiner Bein-OP 2014 bzw. nach dem Berlin-Marathon 2013 und somit ein kleines Comeback... und dann gleich der Rennsteiglauf! Nach ca. 30 km begannen bei Karsten überraschend die Krämpfe, so dass bei ihm die zweite Hälfte 26 Minuten länger dauerte als die erste Hälfte; Gehpausen kamen mehr als einmal vor. Dennoch war Karsten mit seiner Zielzeit von 04:26:13 Std. mehr als zufrieden, die angepeilten 4,5 Std. wurden sogar noch unterboten.
Bernd Thorandt konnte seinen Vorsprung ausbauen und überquerte die Ziellinie knapp 11 Minuten vor Karsten, nämlich nach 04:15:32 Std.

Impressionen von Bernd:
"Atmosphäre am Start: hervorragend / Strecke von km 0 bis ca. km 7:  Teer-Straße zum Einlaufen / ab dann Abwechslung pur / Streckenführung von schmalen Forstwegen bis hin zu Single-Trail-Passagen: alles dabei (des öfteren hast du nicht gewusst, was dir nach der nächsten Kurve blüht, zum Beispiel ein kleiner Berg) / Überholvorgänge waren teilweise erschwert (manche können nichts damit anfangen, wenn man sagt "Läufer links bzw. rechts") / Strecke und Verpflegung waren hervorragend, nur einmal mit ca. 9 km etwas zu weit auseinander / schlussendlich war der letzte Anstieg fies aber das Ziel erreichbar / ich habe noch nie so viele auf einmal gehen oder mit Krämpfen stehen sehen. Da hilft nur, einfach über sich stehen und den Schmerz ignorieren, der hört auch wieder auf, spätestens im Ziel (eigene Erfahrung ab km 34)".

Fazit:

Ein top Event mit hervorragender Organisation und Betreuung an der Strecke (bei den Verpflegungsstationen würde man wegen der großen Auswahl gerne länger verweilen).
Auf jeden Fall ist der Rennsteiglauf etwas ganz Besonderes und alles andere als ein "normaler Marathon"!