Beim ausverkauften Ball des Sports in der Oberfrankenhalle, der bei seiner fünften Ausgabe in der aktuellen Form unter Federführung des Sportkuratoriums mit 1.200 Besuchern sogar eine Rekordresonanz vorweisen konnte wurde die Team Icehouse Sportlerin Michaela Grassinger Sportlerin des Jahres.

Michaela Grassinger bei der Ehrung Sportlerin des Jahres 2018 in Bayreuth.

Hellhörig wurden viele Gäste aber noch einmal bei der Ehrung für den Sportler oder die Sportlerin des Jahres – „dem Sahnehäubchen für diesen Abend und für das Sportkuratorium“, wie es Markus Kurscheidt als Vorsitzender des Gremiums mit 34 Mitgliedern aus Sport, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft formulierte.

Nicht wenige dürften an dieser Stelle mit Weltklasse-Triathletin Anne Haug (auch Team Icehouse) gerechnet haben, die im vergangenen Jahr die WM-Bronzemedaillen über die Mittel- und Langdistanz gewonnen hat – und waren von der Verkündung des Namens Michaela Grassinger entsprechend überrascht. Das galt offenbar sogar für die Handicap-Radsportlerin selbst, die bei der Auszeichnung durch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sichtlich bewegt wirkte.

Perfekte Wahl

Die „perfekte Wahl“ (Kurscheidt) bestritt aber kaum noch jemand, als klarwurde, unter welchen Bedingungen die 48-jährige Obernseeserin vom Team Icehouse im vergangenen Jahr World Champion Siegerin mit dem Mountainbike geworden ist und dabei unter anderem ein Rennen über 31 Kilometer mit 1160 Höhenmetern in ihrer Klasse gewann: Grassinger kann nur mit einem Bein treten, seit die damals 14-Jährige bei einem Treppensturz in der Schule schwer am rechten Knie verletzt worden war. Nach eineinhalb Jahren stationärer Behandlung mit zehn Operationen sowie weiteren zwei Jahren mit weiteren zehn Eingriffen, um eine Versteifung des Gelenks zu verhindern, war dieser schwere Schritt letztlich doch unvermeidlich.

Eberhard Gienger beeindruckt

Beeindruckt von dieser Geschichte zeigte sich nicht zuletzt Eberhard Gienger, der sich selbst nach einem Unfall beim Fallschirmspringen („Vom Bauchnabel abwärts war praktisch alles gebrochen“) nicht vom Sport abbringen ließ: „Dieser Preis soll ein Ansporn sein, um 2020 bei den Paralympics in Tokio dabei zu sein.“ „Das ist Ansporn pur“, entgegnete Grassinger und scherzte: „So eine schwere Trophäe habe ich noch nie gewonnen.“ Die Statue bekomme einen Ehrenplatz bei ihren Eltern: „Ohne sie wäre ich nicht hier.“

Text: Berichterstattung Nordbayerischer Kurier Bayreuth