Am Samstag, 30.03.2019, fanden die 1. Deutschen Meisterschaften im 50-km-Straßenlauf im brandenburgischen Grünheide am Störitzsee statt. Rüdiger Burger berichtet.

Team Icehouse Running Team bei den Siegerehrungen

Deutsche Meisterschaften in dieser Disziplin gibt es bereits seit 24 Jahren, aber seit der Kooperationsvereinbarung vom letzten Jahr vom Deutschen Leichtathletikverband mit der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung ist eines der Gründungsziele der DUV erreicht worden, dass alle relevanten Ultralauf-Disziplinen offiziell als Deutsche Meisterschaften anerkannt werden.

Bei dieser Premierenveranstaltung gingen für das Team Icehouse e.V. die Ultraläufer Hans Eichmüller, Frank und Rüdiger Burger an den Start. Im Angebot waren die Teilstrecken von 50 km, 100 km und ein 12-Stunden-Lauf, der Großteil der 151 Läufer/-innen - nämlich 94 - gingen auf die Kurzstrecke.

Pünktlich um 06:30 Uhr bei knackigen 6°C erfolgte der Startschuss. Es war eine 5-Kilometer-Runde, die man 10 Mal durchlaufen musste. Die Streckenführung war recht kurzweilig, sehr flach mit einer etwa 1,5 Kilometer langen Waldpassage, die am Ende schon die einen oder anderen Körner gekostet hat. Aber mit dieser Schwierigkeit musste jeder kämpfen bzw. zurechtkommen. Es gab kein Abtasten von den Favoriten, es ging gleich die Post ab, nach nicht einmal einem Kilometer war das Läuferfeld bereits weit auseinander gezogen. Wie an einer Perlenschnur gezogen, wurde Runde um Runde absolviert. Hans Eichmüller spulte sein Runden wie ein Uhrwerk ab, mit gleichmäßigen Rundenzeiten um die 22 Minuten für die 5 Kilometer, durchlief Hans die Ziellinie in neuer persönlicher Bestzeit von 03:40:37 Std. Am Ende bedeutete dies den 22. Gesamtplatz. In der Altersklassenwertung M55 reichte es sogar für den Deutschen Vizemeistertitel. Frank und Rüdiger Burger - vom Level etwa gleich - hatten auch eine Zeit unter 4 Stunden für die 50 Kilometer angepeilt. Sie beschlossen zumindest bis Kilometer 30 zusammen zu laufen, und am Ende soll jeder schauen was noch geht. Die Rundenzeiten waren knapp über 23 Minuten, zwischendurch wurden einige Mitkonkurrenten überholt. Es lief wie am Schnürchen, die 40-Kilometermarke wurde nach 03:05 Std. erreicht. Ab da wusste man, das Ziel „Sub 4 Stunden“ ist heute drin. Wir hatten zwar zwischendurch beschlossen, das Ding gemeinsam zu Ende zu laufen, aufgrund eines kleinen Durchhängers Richtung Kilometer 47 rief ich Frank zu, er soll zulaufen, dass machte er auch. Am Ende fing er den noch bis dahin Drittplatzierten in der Altersklasse M55 (Jens-Uwe Brack) ab, und lief in neuer persönlicher Bestzeit in 03:52:15 Std. auf den Bronzeplatz in der Meisterschaftswertung und den 27. Gesamtplatz. Nachdem ich mich wieder vom Durchhänger erholt hatte, versuchte ich zwar die Lücke zuzulaufen, aber nachdem Frank bereits aus meinem Blickfeld enteilt war, beschränkte ich mich auf die letzten Kilometer darauf, nicht mehr überholt zu werden. Am Ende erreichte ich ebenfalls in neuer persönlicher Bestzeit von 03:53:46 Std. das Ziel. Das bedeutet eine Verbesserung von mehr als 10 Minuten. In der Altersklasse M55 belegte ich den 5. Platz und in der Gesamtwertung den 30. Platz.

Durch die guten Einzelergebnisse der drei „Team Icehäusler“ resultiert das mehr als überragende Mannschaftsergebnis. In der offenen Wertung wurde von der LG Nord Berlin Ultrateam ein neuer Deutscher Rekord in 09:21:50 Std. aufgestellt. Das Team Icehouse e.V. belegte den 5. Platz von 12 Mannschaften. In der Seniorenwertung wurden Hans Eichmüller, Frank und Rüdiger Burger mit dem 1. Platz belohnt: Deutscher Meister bei den Senioren mit der Siegerzeit von 11:26:38 Std.! Der Vorsprung von 42 Minuten auf den Zweitplatzierten (LG Ultralauf mit 12:08:38 Std.) ist darauf zurückzuführen, dass alle drei Läufer vom Team Icehouse e.V. Bestzeit liefen. Das Podium wurde durch das Seniorenteam vom der LG Nord Berlin Ultrateam komplettiert, für das Trio wurde eine Zeit von 12:14:15 Std. notiert.

In der Männerkonkurrenz belohnte sich Marcel Bräutigam vom GutsMuths-Rennsteiglaufverein bei seiner Ultralauf-Premiere über die 50 Kilometer mit dem Deutschen Meistertitel mit der Endzeit von 02:51:55 Std. Auf die weiteren Plätze folgten Benedikt Hoffmann von der TSG Heilbronn mit 02:54:43 Std. und Florian Neuschwander von der Spiridon Frankfurt mit 02:54:53 Std.

Das Frauen-Rennen wurde erst auf die letzten Kilometer entschieden. Am Ende setzte sich Almut Dreßler vom der LG Nord Berlin in 03:29:43 Std. mit knapp 100 Meter Vorsprung auf Nele Alder-Berens vom Ultrasportclub Marburg in 03:30:08 Std. durch. Den Bronzeplatz belegte Malin Pfäffle vom Team Die Laufpartner in 03:37:04 Std.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf, es geht bereits am 14.04.2019 weiter um Meisterschaftsehren, diesmal geht die Reise nach Mörfelden-Walldorf zum 6-Stunden-Lauf. Als amtierender Deutscher Vizemeister aus dem Jahr 2018 auf diese Strecke ist das Team Icehouse e.V. bereits wieder als Mitfavorit für die Podiumsplätze einzustufen.