Mit einer hervorragenden Leistung beim IRONMAN Kalmar in Schweden hat Katja Stöcker das "Hawaii-Ticket" für die IRONMAN-WM am 12. Oktober in Kailua-Kona gelöst. Hier der Bericht von Katja.

Katja Stöcker beim IRONMAN Kalmar 2019 in Schweden.

Nachdem ich im Juni diesen Jahres den Ironman Frankfurt absolviert hatte, stand für mich sieben Wochen später der Ironman Kalmar in Südschweden auf dem Programm. Auf dieses Rennen fieberte ich lange hin, da es in der Beliebtheitsskala aller Ironmans stets ein Topranking erreicht. Die Anreise mit der Autofähre von Rostock nach Trelleborg war bereits ein Erlebnis. Anschließend fuhren wir mit dem Auto noch 350 km in Richtung Norden, bevor wir in „Schwedens Summer City“ ankamen. Kalmar ist eine der ältesten Städte Schwedens und vermittelt durch seine malerische Gassen, alten Stadttore, die vielen kleinen Läden und Cafés eine faszinierend gemütliche und doch entspannte Atmosphäre.

Swim

Der Wettkamptag startete für mich um sieben Uhr morgens im Hafen von Kalmar. Bei strahlend blauem Himmel, guter Sicht und geringem Wellengang war ein Zick-Zack-Schwimmkurs durch das Hafenbecken zu absolvieren. Ich hatte großen Spaß bei meiner sonst eigentlich schwächsten Disziplin und konnte mich nach 01:14:48 über eine neue Bestzeit freuen.

Bike

Auf der Radstrecke geht es nach 4 anfänglichen km auf dem Festland auf die 6 km lange Ölandbrücke, von der man einen grandiosen Ausblick auf den Hafen von Kalmar genießen konnte. Von Anfang an rollte es prima, ich hatte gute Beine und freute mich auf den Rest des Tages. Die Insel Öland, auf welcher 100 km in einem Loop zu fahren waren, wartete auf mit Moor, ländlicher Idylle, vielen Windmühlen und den charakteristisch rot angestrichenen Bauernhöfen. Es schien, als ob alle Menschen aus ihren Häusern gekommen wären, um die Athleten mit diversen Musikinstrumenten und Küchenutensilien tatkräftig zu unterstützen. Nach 110 km ging es wieder über die Ölandbrücke auf das Festland zurück. Hier herrschte teilweise ziemlich starker Gegenwind, dem ich allerdings gut trotzen konnte da sich meine Beine nach wie vor gut anfühlten.

Run

Nach 05:07:42 hatte ich die 180 km in einem Bikesplit von 35,1 km/h abgespult und wechselte mit einem zufriedenen Gefühl auf die Laufstrecke. Diese besteht aus einem Drei-Runden-Kurs, welcher durch die gesamte Altstadt und charmante Wohn- und Villenviertel führt. Die Stimmung in der Altstadt war so bombastisch, dass ich selbst das sonst etwas nachteilige Kopfsteinpflaster gar nicht mehr als störend wahrnahm. In den Wohngebieten wurden die Athleten im Rahmen von Boxen-Kontests und unzähligen Stimmungsnestern geradezu über die Strecke gepeitscht. Der „Mann mit dem Hammer“ ist mir an diesem Tag nicht begegnet und ich genoß jede einzige Minute dieses Rennens. Überglücklich lief ich nach einer Marathonzeit von 03:32:37 auf dem Marktplatz (Stortorget) von Kalmar ein.

Finsih

Mit einer Gesamtzeit von 10:04:49 konnte ich an diesem Tag eine persönliche Bestleistung aufstellen. Im aus 439 Frauen bestehenden Starterfeld bedeutete dies Gesamtplatz 6. In meiner Altersklasse belegte ich Platz 4.

Hawaii-Ticket

Am darauffolgenden Tag wurden bei der Siegerehrung die Startplätze für die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii vergeben. Zunächst schätzte ich meine Chancen auf eine Hawaiiqualifikation als gering ein, da in meiner Altersklasse Frauen 35-39 nur ein einziger Startplatz zur Verfügung stand. Da jedoch die vor mir platzierten Damen meiner Altersklasse ihren Startplatz nicht beanspruchten, konnte mir im Roll-Down den Lebenstraum vieler Triathleten erfüllen und diesen einzigen Slot ergattern. Sprachlos und absolut überwältigt von den Geschehnissen füllte ich noch vor Ort den Anmeldebogen für die WM aus.

Jetzt heisst es erst einmal gut regenerieren, bevor noch drei formerhaltende Trainingswochen anstehen. "Anything is possible! Kona is calling!"