Perfekte Bedingungen mit wenig Wind und strahlendem Sonnenschein gab es für die Jedermann-Starter aus ganz Deutschland rund um die Therme Obernsees beim traditionell ausverkauften Radrennen „BAYREUTHER CONTRE LA MONTRE – Besiege die Uhr!“ vom Verein Team Icehouse. Lisa Fischer dominierte die Damenwertungen. Mit nur eine Sekunde Vorsprung wurde Lasse Ibert als schnellster bei den Herren gelistet. Der ohne Wertung gestartet Olympiateilnehmer 2021 Felix Groß im Bahnfahren flog mit 47,5 km/h über die Strecke.

Siegerin Lisa Fischer vom RV 1889 Schweinfurt beim BAYREUTHER CONTRE LA MONTRE 2020 in Obernsees.

Um 09:30 Uhr starteten die Aktiven in Richtung Fränkische Schweiz bis zum Wendepunkt nahe Plankenfels. Hin und zurück galt es 21,3 Kilometer ohne nennenswerten Höhenunterschied, jedoch mit vier Wendepunkten zu meistern. Organisationschef vom Team Icehouse e. V. Frank Übelhack zog ein positives Fazit zum Renntag: „Wir hatten optimale Bedingungen für die Aktiven und haben wie in den Vorjahren nur positives Feedback trotz der Auflagen an die Aktiven aus dem Hygienekonzept erhalten. Die Veranstaltung ist bei Radsportlern aus ganz Deutschland beliebt und das Zeitfahren ist bereits Wochen vor dem Rennen ausverkauft. Von dem flachen Kurs unter Vollsperrung sind die Zeitfahrer sowohl aus der Region aber eben auch national immer mehr begeistert.“

Fischer gewinnt mit neuem Streckenrekord Damenwertung

Bei den Damen überzeugte Lisa Fischer vom RV 1889 Schweinfurt. Für die gut 21 Kilometer benötigte die starke Athletin 29:10 Minuten und fuhr somit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43,82 km/h einen neuen Streckenrekord. Fischer im Ziel: „Ich bin gut ins Rennen gestartet, vielleicht auch etwas zu schnell. Dies habe ich auch nach der ersten Wende gemerkt und ich musste versuchen meinen Tritt wieder zu finden. Da habe ich dann doch gemerkt, dass ich dieses Jahr noch keine weiteren Zeitfahren hatte und eben fast keine Wettkämpfe. So habe ich mich einigermaßen dann auf ein gutes Grundtempo gehalten und bin über den Ausgangs des Zeitfahren und dem Schnitt zufrieden. Natürlich freue ich mich nun auch besonders über den Streckenrekord.“ Dahinter folgte Katja Ulbrich vom Radsportteam Gaimersheim in 31:29 Minuten. In der Bayreuther Sportszene ist Ulbrich durch ihre Erfolge im Inline-Speedskating bei der TS Bayreuth bekannt. Seit 5 Jahren wohnt Ulbrich in Gaimersheim bei Ingolstadt. Ulbrich wollte neben dem Skaten im Sport neue Erfahrung sammeln und ist deshalb dem Radsportteam Gaimersheim beigetreten und fährt jetzt Radrennen und startet auch bei Triathlons. Ulbrichs Fazit: „Ich bin ein relativ konstantes Rennen gefahren. Die Wenden finde ich anspruchsvoll, wenn man vorher am Limit fährt. Es war mein erstes reines Einzelzeitfahren das ich gemacht habe und ich finde, dass es wirklich ein harter Kampf gegen sich selbst ist.“ Das Podium vervollständigte die Siegerin der Tour de Kärnten 2019 Bianca Bernhard. Sie war nur 5 Sekunden hinter Ulbrich. Bernhard kommt ursprünglich aus Küps und wohnt nun in Braunschweig und starte deshalb oft in Niedersachsen. Den Start konnte sie mit einem Besuch in der Heimat verbinden.

Ibert siegt bei den Herren mit 1-Sekunden vor Pollert

Die schnellste Zeit im Feld fuhr der bekannte Bikefitter Lasse Ibert aus Nürnberg mit 27:52 Minuten vom Team twenty.six e.V. Roth mit nur 1 Sekunde Vorsprung vor Sven Pollert vom Team Icehouse e.V. Bayreuth. Beide fuhren somit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 46 km/h im Truppachtal. Sieger Ibert finishte schon „Sub9“ mit 8:56 beim IRONMAN Hawaii 2018. Zusätzliche konnte er den Sieg beim Race Across America im Team twenty.six 2012 feiern. Der Nürnberger freute sich stolz im Ziel: „ Ich bin relativ konstant gefahren, konnte die erste und zweite Runde fast mit identischer Geschwindigkeit fahren, wobei es gegen Ende der 2. Runde dann schon zäh wurde, aber genau so soll es ja sein. Die größte Herausforderung war für mich der Straßenbelag, weil die ein oder anderen kleinen Schlaglöcher einen ganz schön aus dem Konzept bringen und man danach erst wieder in die entspannt-kraftvolle Aero-Position finden muss.“ Pollert der auch in im Kader der Team Icehouse Mannschaft in der 2. Triathlon Bundesliga ist war ebenso vom Kampf gegen die Uhr und seinen Erfolg begeistert: „Mit Startnummer 150 ging ich ja als Letzter auf die Strecke und durfte somit das Feld von hinten aufrollen. Auf der 21 km langen Strecke wollte ich nicht besonders viel taktieren und hab von Beginn an Vollgas gegeben. Meine Beine fühlten sich sehr stark an und so ist die erste Runde auch ziemlich schnell verflogen. Auf der zweiten Runde wurde es dann aber schon extrem hart, das hohe Anfangstempo zu halten. Die Oberschenkel brannten und ich gab nochmal alles, was letztlich mit dem zweiten Platz belohnt wurde. Nachdem ich ja das erste Mal dabei war und nur knapp den Sieg verpasst habe, werde ich nächstes Jahr sicher wieder kommen und um den ersten Platz mitkämpfen. Gerade als „Rookie“ habe ich dieses Jahr mit nur einer Sekunde Rückstand auf den Sieger nicht verloren, sondern Platz 2 gewonnen.“ Den dritten Platz in der Wertung Herren erreichte Dominik Schnorr vom Team Next Level Racing in 28:04 Minuten.

Felix Groß fliegt über den Asphalt

Der ohne Wertung gestartet Olympiateilnehmer 2021 Felix Groß im Bahnfahren flog mit 47,5 km/h über die Strecke und finishte mit einer Zeit von 26:55 Minuten. Groß wurde 2016 Deutscher Junioren-Meister in der Einzelverfolgung sowie im Straßenrennen. Ein Jahr später erhielt Groß einen Vertrag für das rad-net Rose Team und wurde für die Teilnahme an den Europameisterschaft im Bahnfahren nominiert. Dort belegte er mit dem deutschen Bahn-Vierer in der Mannschaftsverfolgung Rang vier. 2018 und 2019 wurde er U23-Europameister in der Einerverfolgung. Im Juli 2020 gewann Felix Groß zwei Etappen des polnischen Rennens „Dookola Mazowsza“ und wurde Vierter der Gesamtwertung. Der Start bei den Olympischen Spielen konnte wegen der Absage nicht erfolgen.

Jörg Schmidt gewinnt bei Männer-Senioren

Der Sieg bei den Senioren ging an Jörg Schmidt aus Halle (Westfalen) in 27:59 Minuten welcher somit auch die drittschnellste Zeit fuhr. Nur 17 Sekunden dahinter folgte Dirk Keßler aus Wolfersheim. Das Ziel nach 28:19 erreichte Werner Ruf aus Hüttlingen in 28:19 Minuten. Sieger der Jugendwertung (Jahrgang 2003 bis 2004 / 16 bis 17 Jahre) war Julian Hartig aus Eckersdorf. Er finishte nach 36:27 Minuten im Zielbereich an der Therme Obernsees.

Regionale Wertung „Neubürg-Champion“

Im Rahmen des „Neubürg-Champion“ werden die schnellsten Aktiven in einer separaten Wertung weiblich und männlich ermittelt. Hintergrund ist das starke mittlerweile mit nationalen Topfahrern besetzte Starterfeld. Schnellste der Damen war hier Katja Stöcker vom Team Icehouse in 32:21. Die IRONMAN Hawaii 2019 Teilnehmerin konnte ihre Zeit aus dem Vorjahr um 22 Sekunden verbessern. Schnellster Mann aus der Region war Sven Pollert vom Team Icehouse in 27:53 Minuten vor Felix Günther vom SV Bayreuth in 28:51 Minuten und Markus Weiß in 32:03 Minuten vom Team Icehouse.

Info Radrennen während Corona-Pandemie

Das „BAYREUTHER CONTRE LA MONTRE“ war mit 150 Meldungen auch zu Zeiten von Corona schon mehrere Wochen vor der Veranstaltung ausgebucht. Aufgrund der Pandemie und erforderlichen Hygiene- und Organisationskonzept einige Veränderungen bzw. Einschränkungen. Die Anmeldung erfolgte „outdoor“ auf dem Parkplatz der Therme Obernsees und hatte besonders lange Öffnungszeiten um Menschenansammlungen zu vermeiden. Dort galten die notwendigen Hygienemaßnahmen wie auch im Wettkampfbereich. Ein Start von der Zeitfahrrampe wie im Profisport war wegen der Abstandregeln nicht möglich und die Aktiven musste bis einigen Sekunden vor dem Start Mundschutz tragen welcher am Start entsorgt werden musste. Eine Zielverpflegung gab es nicht und auch eine Siegerehrung wurde nicht durchgeführt. Die Teilnehmer störte dies nicht – im Gegenteil. Sie waren froh, endlich wieder Rennen fahren zu können und zollten dem Veranstalter für Organisation und Durchführung jede Menge an Lob und Anerkennung.