Das im Herzen Niederösterreichs liegende St. Pölten hat viele Eigenschaften, welche das Challenge-Rennen spektakulär machen. Mit 17 Jahren Erfahrung ist die Mitteldistanz eines der ältesten Rennen auf europäischem Festland. Katja Stöcker, Sven Pollert und Jarit Lötz waren am Start. Nach der langen "Rennpause" haben wir mit allen gesprochen und einen tollen und offenen Einblick in die Vorbereitung und das Rennen sowie einen Ausblick auf 2021 erhalten. Anne Haug konnte das Rennen gewinnen.

Sven Pollert bei der Challenge St. Pölten in Österreich.

Katja Stöcker

Erster Triathlon seit wann?

Mein erster Triathlonwettkampf war im Jahr 2017 und ich bin seither vor allem auf der Triathlon-Halbdistanz und Ironmandistanz unterwegs.

Wie war die Vorbereitung und wann erfolgte die Anmeldung?

Ich habe mich im Herbst 2020 für die Challenge St. Pölten angemeldet, da ich diese als Vorbereitungsrennen für den ursprünglich Ende Juni 2021 stattfindenden Ironman Frankfurt nutzen wollte. Im Februar fiel mein anvisiertes Trainingslager leider Corona zum Opfer, allerdings konnte ich kurz vor St. Pölten eine Rennradwoche in Mallorca absolvieren.

Wie war dein Rennen?

Die Schwimmstrecke fand ich sehr attraktiv: 1 km im grossen Viehofer See, danach 200 Meter Landgang und dann noch einmal 900 Meter im Ratzersdorfer See. Die Wassertemperatur in St. Pölten war mit knapp 15 Grad leider ein wenig zu kalt für mich und ich hatte deshalb mit meiner Atmung zu kämpfen. Mit dem Wechsel aufs Rad begann meine Paradedisziplin und ich freute mich auf 90 Kilometer durch die Wachau. Die Beine fühlten sich fantastisch an und meine Verpflegungsstrategie bestehend aus Wasser, Salztabletten und Energygel funktionierte wunderbar. Auf dem ca. 7 Kilometer langen Anstieg ab Kilometer 63 konnte ich noch einige Radfahrer überholen. Mit einem höher als ursprünglich geplanten Wattschnitt kam ich in der Wechselzone 2 an. Den anschliessenden Halbmarathon startete ich mit gefühlt noch recht frischen Beinen mit dem Ziel, eine konstante Pace aufrecht zu halten. Ich setzte mir mental Zwischenziele und konzentrierte mich auf die regelmässige Aufnahme von Verpflegung. Die zweite der beiden Laufrunden konnte ich sogar noch etwas schneller als die erste Runde abspulen und es war ein wunderschönes Gefühl, nach eineinhalb Jahren Wettkampfpause wieder in einen Zielbogen einzulaufen. Am Ende standen 5 Stunden 22 Minuten auf der Uhr. Mit meiner Rad- und Laufperformance bin ich überaus zufrieden, die Lesson Learned ist sicherlich, dass ich mich wohl ein wenig mehr gegen kalte Wassertemperaturen abhärten sollte (Eistonne etc. ?).

Wie geht es sportlich weiter?

Mitte August möchte ich beim Ironman Frankfurt oder Kopenhagen starten, was jedoch davon abhängig ist, welche Rennen aufgrund der Pandemiesituation stattfinden werden. Höchstwahrscheinlich werde ich im September auch bei der Mitteldistanz Ingolstadt dabei sein und freue mich auch besonders auf unser Heimrennen „Contre La Montre“.

Pollert Sven

Erster Triathlon seit wann?

Erster Triathlon seit September und erster Wettkampf in der Saison 2021.

Wie war die Vorbereitung und wann erfolgte die Anmeldung?

Vorbereitung lief im Winter noch gut, aber ab Februar bis März hatte ich aufgrund neuer Projekte im Job wieder viel zu tun und konnte das Training nicht mehr wie geplant umsetzen. Die Form hat darunter stark gelitten und ich fühlte mich noch lange nicht so fit, wie im Sommer letzten Jahres. Schwimmen war zum Glück seit kurzem wieder für die Bundesliga Starter möglich, aber die Rad und Laufform waren sicher noch nicht auf dem Niveau des Vorjahres, war zumindest mein Eindruck. Die Anmeldung war dann auch eher kurzfristig, zwei Wochen vor dem Rennen. Nachdem ich eigentlich nur als Supporter mitfahren wollte, ließ ich mich letztlich doch noch zu einem Start hinreißen.

Wie war dein Rennen?

Schwimmen war erstaunlich gut. Nach kurzer Gewöhnung an das kalte Wasser, konnte ich nach und nach auf die vor mir gestarteten Athleten aufschwimmen. Nach kurzem Landgang schaffte ich auf der zweiten Runde sogar den Anschluss an die Spitzengruppe der Altersklassen Athleten und stieg mit der zweitbesten Schwimmzeit meiner AK aus dem Wasser. Auf dem Rad machte vor allem der starke Wind zu schaffen. Die ersten Kilometer habe ich versucht meinen Rhythmus zu finden und mich gut zu verpflegen. Auf den anschließenden 20 km über die Autobahn dann Kopf runter und mit möglichst wenig Windwiderstand die Position halten. Am ersten Anstieg lag ich noch gut im Feld, mit Kontakt zur ersten Gruppe, verlor dann auf der Abfahrt durch die Weinberge aber den Anschluss und musst von da an für gut 60km mein eigenes Rennen mit und gegen den Wind fahren. Dabei wollte ich natürlich nicht allzu viele Körner verschießen und hielt mich an meine Wattvorgaben. Im Nachhinein wären da aber sicher noch 10 Watt mehr und mit besserer Radtechnik auch der Anschluss an die Spitzengruppe möglich gewesen. So hatte ich aber genug Energie gespart und meine Beine nicht zerstört, um beim abschließenden Halbmarathon eine neue persönliche Bestzeit zu laufen. Gerade als ich auf die Laufstrecke wechselte, kam Vereinskollege und Trainingsbuddy Jarit in die zweite Wechselzone gerollt und ich bereitete mich mental schon auf ein Laufduell vor. Trotz seiner beeindruckenden Trainingsform hatte er aber an diesem Tag leider nicht die Beine, um zu mir aufzuschließen. So lief ich zunächst ein kontrolliertes Tempo an und fühlte mich so gut, dass die erste Runde wie im Flug verging. Entgegen meiner Erwartung lag ich da bereits auf Kurs zu einer neune Halbmarathon Bestzeit. Die zweite Runde wurde zwischen 15 und 17 km nur kurzfristig etwas zäher, bevor ich nochmal ein letztes Gel zu mir nahm und zu einem langen Zielspurt ansetzte. So wurde die Pace auf der zweiten Runde nur minimal langsamer. Nach 4:22:14 Stunden lief ich schließlich als 8. meiner Altersklasse ins Ziel. Sehr zufrieden war ich da mit der Laufleistung, die deutlich besser ausfiel, als ich es mir erhofft hatte. Auf dem Rad hatte ich mich zurückgehalten und gut verpflegt, da ist sicher noch eine Steigerung möglich. Mit dem Schwimmen war ich auch sehr zufrieden, vor allem auf der zweiten Runde hatte ich meine Pace und Rhythmus gefunden. Beim Wechsel sind noch ein paar Sekunden rauszuholen, vor allem der Dixi-Stopp in T2 hat Zeit gekostet. Für den ersten Wettkampf der Saison, so ziemlich kurzfristig aus dem Training heraus, bin ich aber sehr zufrieden.

Wie geht es sportlich weiter?

Weitere Ziele in dieser Saison sind jetzt der ein oder andere Start mit dem Team Icehouse in der 2. Bundesliga, der Rothsee Triathlon und Wörthsee Triathlon. Anschließend werde ich wohl beim IRONMAN Hamburg einen ersten Ausflug auf die Langdistanz wagen und die Saison mit dem Bayreuther Einzelzeitfahren Contre La Montre ausklingen lassen.

Jarit Lötz

Erster Triathlon seit wann?

Erster Triathlon seit August 2019 - Mitteldistanz in Hückeswagen

Wie war die Vorbereitung und wann erfolgte deine Anmeldung?

Welche Vorbereitung? Die Anmeldung erfolge 4 Wochen vor dem Wettkampf. Der Wettkampf wurde aus dem normalen Training heraus gemacht ohne spezifisches Training und auch ohne Erholung.

Wie war dein Rennen?

Ein richtig schöner Wettkampf. Schöne harte Radstrecke und landschaftlich ein Traum. Schwimmen im ersten See war noch richtig Gut. Gute Gruppe erwischt und zufrieden. Im zweiten See machten sich die 6 Monate Schwimmabstinenz gut bemerkbar und hat hintenraus viele Körner gekostet. Radfahren war ein echter Traum, die ersten 25km liefen perfekt. Leider oben am ersten Berg einen Platten gehabt. Danach auf dem Rad ziemlich abgeschossen, aber mit der Radleistung bin ich sehr zufrieden. Laufen war nach dem Radfahren einfach nur enttäuschend. Hätte mir viel mehr erhofft und bin am Ende gut 8min langsamer als gewünscht ins Ziel gekommen. Insgesamt war es ein Traum wieder ein Rennen zu absolvieren. Gibt aber noch viele Bereiche an denen gearbeitet werden muss. Vor allem bei der Verpflegung.

Wie geht es sportlich weiter?

Hoffentlich finden einige der Bundesliga Wettkämpfe Statt und wir zeigen ein richtig gutes Team Ergebnis. Das große Sportliche Ziel ist der IRONMAN Frankfurt am 15.08.2021.