Beim Triathlon in Ingolstadt waren am vergangenen Sonntag gleich drei Athleten des Team Icehouse am Start. Team Icehouse war bei der Bayerischen Meisterschaft über die Mitteldistanz von 1900 m Schwimmen, 77 km Radfahren und 20,5 km Laufen zweimal auf dem Podium.

Sven Pollert beim Triathlon 2021 in Ingolstadt.

Bei besten, spätsommerlichen Bedingungen lief Neuzugang Julia Jaenicke als gesamt Fünfte ins Ziel und sicherte sich den Titel in ihrer Altersklasse. Ligastarter Sven Pollert landete nach einer starken Radleistung auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung der Herren und zugleich auch in seiner Altersklasse. Gerhard Pfau startete außerhalb der bayerischen Meisterschaften ebenfalls über die Mitteldistanz und erreichte das Ziel auf Platz 11 in seiner Altersklasse.

Zur Vorbereitung auf den Wettkampf und dem Renngeschehen haben wir mit den beiden Podiumsplatzierten Julia und Sven gesprochen:

Julia, wie ist es dir bei deinem ersten Start für das Team Icehouse ergangen?

Julia: Diesmal war ich angespannter als sonst vor einem Wettkampf. Ich wollte nicht nur meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden, sondern auch noch eine gute Leistung für mein Debüt im Team Icehouse erbringen (Daaaanke, Team Icehouse, für den herzlichen Empfang und das kurzfristige Organisieren eines DTU Startpasses!!).

Wie verlief eure Vorbereitung auf das Rennen in Ingolstadt?

Julia: Die Wettkampfwoche war voll mit Arbeit, nächtlichen Schmerzen im Bein und Zweifeln, ob ich auf einer so flachen Radstrecke überhaupt vorne mithalten kann. Bisher bin ich nur auf Strecken mit möglichst vielen Höhenmetern gestartet. Andere haben Respekt vor den Bergen, ich habe Respekt vorm Flachen.

Sven: Nach den Ligarennen mit den Jungs vom Team Icehouse und meinem Erfolg beim Wörthsee Triathlon (Oberbayerischer Meister) hatte ich den Fokus eigentlich auf eine Langdistanz gelegt. Aufgrund der kurzfristigen Einführung der 1-G Regel konnte ich dann aber nicht teilnehmen und habe mich kurzentschlossen für Ingolstadt gemeldet. Beim Schwimmen und Radfahren wusste ich, dass die Form passt. Aber beim Laufen konnte ich bisher nicht ganz an die Leistung vom letzten Jahr anknüpfen. Dennoch war ich für Ingolstadt sehr zuversichtlich und erhoffte mir ein spannendes Rennen.

Der Wettkampf lief ja dann für euch beide sehr gut…

Julia: Ja, gerade nach den Problemen im Vorfeld wurde es dann doch ein strahlend schöner Tag, nicht nur vom Wetter her. Die Motivation war riesig. Das brauchte es auch, wenn man im Mittelfeld ziemlich einsam vor sich hinschwimmt. An Position 23 kam ich aus dem Wasser und konnte dann auf dem Rad meine Gruppe über die 77 km halten. Für eine richtig gute Radleistung fehlten mir bei der Strecke einfach die Berge. Aber dafür habe ich mich beim Laufen mit der viertbesten Zeit von 1:27:49 über die 20,5 km bis auf Platz 8 im stark besetzten Frauenfeld vorgearbeitet. Das bedeutete schließlich sogar den Bayerischen Meisterschaftstitel in der AK40 für mich.

Sven: Wie Julia schon sagt, war das ein perfekter Tag. Sonnig und kaum Wind. Angenehme Wassertemperatur. Beim Schwimmen ging es bis zur ersten Boje ziemlich rund. Vorne setzte sich schließlich Sebastian Mahr ab und dahinter führte ich die Verfolgergruppe an. Mit etwa 30 Sekunden Rückstand stieg ich als Zweiter aus dem Wasser.

Und dann hast du auf dem Rad ordentlich Gas gegeben?

Sven: Ja, dass die Beine an dem Tag richtig gut waren, hab ich recht schnell gemerkt. Nach etwa fünf Kilometern war nur noch Profi Tobias Heinig von den Verfolgern hinter mir verblieben. Gemeinsam sind wir auf Sebastian aufgefahren. Am ersten Anstieg setzte ich mich dann mit einer kleinen Attacke nach vorne ans Feld, um auch nicht das Risiko einer Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens einzugehen. Von da an führte ich unsere kleine Gruppe über die zwei Radrunden. Und nachdem keiner der beiden mal die Führung übernahm, habe ich etwa 15 km vor dem Wechsel noch eine Attacke gesetzt und konnte mich etwas absetzen. So kam ich mit einem Schnitt von 43 km/h und der schnellsten Radzeit des Tages in die Wechselzone. Beim Laufen habe ich mich dann bei meiner gewohnten Pace von 3:55 bis 3:59 eingependelt und mich noch gut an der Spitze gehalten. Auf der zweiten Runde kamen dann aber die schnellen Jungs von hinten herangeflogen und ich konnte mich gerade so noch in die Top 5 retten.

Das waren starke Vorstellungen von euch. Herzlichen Glückwunsch zu euren Leistungen!

Julia: Danke! Über den Titel bei meinem ersten Start für das Team Icehouse habe ich mich riesig gefreut. Im Ziel gab es anschließend auch ein schönes Beisammensein mit vielen glücklichen und bekannten Gesichtern.

Sven: Das Ergebnis hat mich auch riesig gefreut, vor allem mit meiner Radleistung bin ich sehr zufrieden. Richtig überrascht war ich dann bei der Siegerehrung, als ich den Titel als Dritter in der Bayerischen Meisterschaft entgegennehmen durfte. Das hat mich nochmal richtig gefreut und ist ein wirklich gelungener Saisonabschluss!

Das war’s dann für diese Saison bei euch beiden oder steht noch was an?

Julia: Irgendeinen Lauf möchte ich schon noch machen, vielleicht den Eibseelauf Ende Oktober. Aber erst mal Laufpause, damit der Schmerz nicht wiederkommt und es schlafreiche Nächte gibt. Und dann freue ich mich schon sehr auf weitere schöne Erlebnisse mit und für das Team Icehouse! Ganz oben auf meiner Agenda steht der IRONMAN 70.3 im Kraichgau Ende Mai 2022. Dort gibt es dann auch ein paar mehr Höhenmeter für mich.

Sven: Bei mir kommt jetzt nur noch das Einzelzeitfahren BAYERUTHER CONTRE LA MONTRE in Obernsees am Sonntag. Das Kräftemessen mit den eigenen Teamkollegen im Kampf um den Titel des Neubürg Champion. Absolutes Highlight dieses Jahr!

Danke euch beiden für den ausführlichen Bericht und alles Gute für die nächsten Rennen!

(Anmerkung: Der Sieger Simon Huckestein aus Hessen und Tobias Heining als Profi wurden außerhalb der Bayerischen Meisterschaft der Altersklassen gewertet. Ebenso bei den Damen Profi Elena Illeditsch, Franzi Reng aus Mannheim und Elisa Herold aus Köln)