Am 16. Mai 2009 fand zum 37. Mal der GutsMuth-Rennsteiglauf statt. Der Rennsteiglauf gilt mit seinen "langen Kanten" als einer der schwersten Ultraläufe in Europa mit 2.479 Höhenmeter. Hier ein Bericht von Uwe Israel.

J.C.F. GutsMuth wurde am 21.05.1759 in Quedlingburg geboren, war Pädagoge und förderte die Verbreitung der Leibesübungen im In- und Ausland. Der Namensgeber des Rennsteiglaufes starb am 21.05.1839 in Ibenhain (heute zu Walterhausen in Thüringen).
Vielleicht motivierte viele Läufer und Läuferinnen der 250. Gebutstag von GutsMuth, dass ein neuer Teilnehmerrekord über die 72,7 km erzielt wurde.

Es hatten sich 2.161 Läufer und Läuferinnen in die Starterliste eingetragen. Davon starteten in Eisenach 2.021 Läufer und Läuferinnen. Das Ziel in Schmiedefeld erreichten 1.903 Teilnehmer des Supermarathon.
Das der Rennsteiglauf über den "langen Kanten" einer der schwersten Ultraläufe in Europa ist, belegen schon die zu bewältigen 2.479 Höhenmeter. Während der 72,7 km muss man 2 Mal über 900 m "klettern". Die höchsten Punkte des Laufes sind der Inselsberg und der Beerberg. Ansonsten verläuft die Strecke ständig bergauf- und ab, bei vielen steilen und langen Anstiegen.

In der Nacht vor dem Rennsteiglauf gab es ein heftiges Gewitter. Dadurch war die Strecke oft glitschig und wir mussten uns oft durch den Matsch regelrecht durchkämpfen, was ich nach ca. 4 km durch einen Sturz zu spüren bekam.
Ich hatte mir vorgenommen, wenn alles gut läuft, endlich einen Platz auf dem Podest in meiner Altersklasse M50 zu erlaufen, da mir dieses Ziel vor 3 Jahren um 20 Sek. verwehrt blieb.

Ich hatte mich mit vielen Kilometern und vielen langen Läufen seit August 2008 auf diesen Lauf vorbereitet. Bis Kilometer 35 lief auch alles sehr gut. Doch dann bekam ich plötzlich eine Muskelverhärtung in der rechten Wade. Vielleicht war der Grund die niedrigen Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad auf den Höhenzügen des Thüringer Waldes. An ein flüssiges Laufen war nun nicht mehr zu denken.
Deshalb wollte ich bei Kilometer 41, dort stand meine Frau, eigentlich aussteigen. Nach einer "Blitzmassage" und dem Spruch meiner Frau "lauf einfach weiter" entschloss ich mich doch weiter zu machen. Im laufe der Zeit ließen die Schmerzen in der Wade etwas nach und ich konnte meinen angestrebten Kilometerschnitt von fast 5 Min. pro km halten.
So erreichte ich nach 06:13:03 Std. das Ziel in Schmiedefeld. Diese Zeit reichte zu einem Gesamtplatz 27 und dem ersehnten Platz 3 in meiner Altersklasse.

Sieger des GutsMuths-Rennsteiglaufes über 72,7 km der Männer wurde Christian Stork von der BLT Laufsport Saukel in der Zeit von 05:29:55 Std. Bei den Frauen gewann Kerstin Schumann von der SC DHfK Leipzig in der Zeit von 06:34:51 Std. Der Sieger in meiner Altersklasse M50 wurde Gerhard Läpple von der TSV Hildrizhausen in der Zeit von 05:53:15 Std.