Insgesamt stellten sich am 20./21. Juni 2009 beim Heavy24 740 Starter und Starterinnen der 24-stündigen Herausforderung. Zusammen brannten alle Starter eine Gesamtstrecke von 83.000 km in den sächsischen Wald. Am Freitag, dem 20. Juni 2009, machte sich eine 4-köpfige Gruppe unerschrockener Wessis des Team Icehouse in den Osten auf, um der dortigen MTB-Gemeinde das Fürchten zu lehren.

Nachdem die letzten Einkäufe getätigt waren und man somit autark von äußeren Einflüssen war, machten sich vier tapferen Biker Steffi N., Tobias E., Sebastian W. und Martin A. mit zwei motorgetriebenen und vier muskelbetriebenen Fahrzeugen auf die Reise.

Empfang

Der Empfang in Oberrabenstein war sehr herzlich, zur Begrüßung zeigte sich auch das Wetter in bester Verfassung. Sonne und ein blauer Himmel ließen die Vorfreude erheblich in die Höhe schnellen. Die Abholung der Startunterlagen gestaltete sich trotz erheblicher Sprachbarrieren ohne Verzögerungen. Kurze Zeit später stand auch schon das Basislager für das anstehende Rennwochenende. Nicht lange Zeit danach kam es zu den ersten Problemen: die mitgebrachten Grills erwiesen sich als nicht geeignet, tiefgefrorenes Fleisch in einen gegrillten Zustand zu versetzen. Kurzerhand wurde das volkseigene Stromnetz angezapft, und ein Fön zum Auftauen gebraucht. In Streifen geschnitten landete das so präparierte Stück totes Tier auf dem Grill und war bald zum Verspeisen bereit. Der Rest des Abends war der gemütlichen Leerung einiger Flaschen Bier gewidmet…

Vorbereitungen

Am Samstagmorgen dann ein weiterer Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung. Nach zähen Verhandlung gelang es, 10 Stück Brot zum unverschämt günstigen Preis von 3,35 € zu erwerben – dem Frühstück stand nichts mehr im Wege.

Nach dem Frühstück stand die Streckenbesichtigung an. Die bereits zwei Teilnehmer aus dem letzten Jahr bekannte Strecke wurde in einem Punkt geändert. Nach einer 3 km langen Gerade mit ständigen Senken und leichten Steigungen und einem kurzen Stück Singletrail durch den Wald kam ein zweiter sehr schneller Singletrail bergab. Nach der Zwischenzeitnahme anschließend die Neuerung: anstatt wie in den Vorjahren den geschotterten Anstieg zu benutzen, musste ein sehr tiefer und zäher Waldpfad genutzt werden. Dieser kostete sehr viel Kraft und Ausdauer und erwies sich im Rennverlauf als echter Scharfrichter. Mehr als einmal verfluchte man Wettergott, Organisator  die Welt und sich selbst…. Die Erholung auf der folgenden Waldstraße konnte aber nicht lange genutzt werden, denn ein dritter Singletrail mit vielen Wurzeln stellt sich in den Weg. Auf diesem musste eine sehr exakte Linie gefunden werden und diese mit viel Mut gefahren werden – besonders nachts oder bei feuchten Bedingungen eine ernst zu nehmende Herausforderung. Die Runde endete mit einer Durchquerung des Freibades. Pro Runde musste damit eine Strecke von 8,45 km und 135 hm bewältigt werden.

Start

Den Start am Samstag um 12 Uhr fuhr nach eindeutiger Teamentscheidung Martin A. Er stand in aussichtsreicher dritter Reihe, wurde aber direkt nach Beginn von zwei Konkurrenten eingezwängt und aufgehalten. Er übergab an Sebastian W., diesem folgte Steffi N. und Tobias E. bildete den Abschluss der Equipe. Bis 18 Uhr verlief das Rennen ohne Probleme: immer den Führenden dicht auf den Fersen konnten die vier den Vorsprung auf die 4-Platzierten immer weiter ausbauen. Um 18 Uhr meldete sich dann zuerst die angeschlagene Gesundheit von Tobias E.: nach einer Infektion konnte er erst eine Woche dem Rennen wieder in den Sattel steigen. Zudem meldete sich Steffi N. von der Strecke: angeblicher Tretlagerschaden zwang sie zu einer halben Runde Joggen, um den Staffelstab zu übergeben. Derweil wurden im Team bereits die Worst-Case-Pläne ausgearbeitet…..  Trotz sportiver Sprinteinlage bescherte dieser Defekt dem Team eine volle Runde Rückstand. Der dritte Platz konnte aber gehalten werden! Glücklicherweise stellte sich der Trettlagerschaden als ein ledigliches Verdrehen des Umwerfers heraus, den der teameigene Mechaniker schnell beseitigen konnte. Um Tobias E. zu schonen, beschloss das Team, nachts nur zu dritt weiterzufahren. Zudem fuhr Steffi N. nur zwei der geplanten drei Runden, um am nächsten Morgen mit frischen Kräften erneut voll anzugreifen.

5 Uhr am Morgen

Um 5 Uhr ging das Team dann wieder in voller Stärke und mehr oder weniger ausgeruht auf die Rundenjagd. Der Rückstand auf die Zweiten lag zu diesem Zeitpunkt weiterhin bei nur einer Runde und 7 Min. Um die restlichen vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, wurde am frühen Sonntagmorgen auf die Ein-Runden-Strategie umgestellt. Zwei Stunden vor Rennende stand dann auf den Ergebnistabellen, dass das Team mit den Zweitplatzierten rundengleich sei und kurz darauf sogar die Meldung, man läge vor der konkurrierenden Mannschaft. Dies mobilisierte letzte Kräfte!!! Erneut wurden top Rundenzeiten von rund 20 Min. erzielt. Als um kurz nach 11 Uhr die aktualisierten Listen aushingen, war plötzlich wieder von einer Runde Rückstand die Rede. Sofortige Betrugsvorwürfe zu Lasten der Westmannschaft wurden schnell beseitigt, die angebliche Rundengleichheit erwies sich als einfaches Aktualitätsdefizit der vorhergehenden Liste….

12 Uhr Sonntag

Um kurz nach 12 Uhr überquerte dann Tobias E. als Schlussfahrer des Teams die Ziellinie. Unter dem Jubel der Zuschauer und der anderen Mannschaften konnte er nach einer entspannten letzten Runde (nach hinten hatte das Team vier Runden Vorsprung, nach vorne konstant eine Rückstand) den starken dritten Platz sichern. Gemeinsam hatten die vier Fahrer 67 Runden – was 566.31 km und 9.045 hm entspricht - in 24 Stunden zurückgelegt und damit als neuformierte Mannschaft ein deutliches Zeichen für zukünftige Rennerfolge gesetzt! 

Fazit

Das Team um DC Entertainment und Frank Buschbeck hat einen hervorragenden Job gemacht!!!!! Die Strecke war dem Titel absolut würdig, die Besetzung sehr stark und das Rennen ein voller Erfolg. Bereits nächstes Jahr bietet sich erneut die Gelegenheit, das Heavy24 um den Stausee Oberrabenstein in Angriff zu nehmen – mit Sicherheit wird es wieder eine erstklassige Veranstaltung und dann werden die Burschen und ihr Mädel wieder angreifen!!!!! Soviel können sich die Sieger jetzt schon gewiss sein…..