„Mythos Transalp“ – Einmal die Alpen mit reiner Muskelkraft zu überwinden, ein Traum für (fast) alle Rennradfahrerr Diesen erfüllten sich 14 Radsportbegeisterte und machten sich zusammen mit dem Reiseveranstalter ULP auf die Reise. Mit von der Partie war Icemann Matthias Grünert. Lest hier den spannenden Bericht über seine erste Transalp.

 Am ersten Abend stand ein Abendessen, Bike-Check und Tourbriefing auf dem Programm. Als teilweise von 15.000 Jahreskilometern und die Anzahl bereits absolvierter Radmarathons und RTFs die Rede war, musste ich erstmal schlucken. „Hilfe, wo bin ich hier gelandet? Werd’ ich mit den Anderen über-haupt mithalten können?“ Diese und viele Fragen schossen mir abends nach dem ersten Kennenlernen auf dem Hotelzimmer in Bad Wiessee durch den Kopf. 

Als die bunt gemischte Truppe unter der Führung unseres Guides Robert am nächsten Morgen Richtung Achenpass losrollte, war diese Sorge erstmal vergessen, denn der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Die anfänglichen Regenschauer gingen nach dem Achensee in Dauerregen über. Die Fahrt ins Inntal über Wattens Richtung Brenner war unspektakulär: Wasser von vorne, von oben, bon hinten… „warum tu’ ich mir das an?!“ Die Beine schwer, der Magen leer und die Füße eiskalt, so quälte ich mich die alte Brennerstraße bis zum Treffpunkt hoch. Endlich hörte der Regen auf und mit trockenen Klamotten ging es auf die Abfahrt nach Sterzing wo wir von der Sonne begrüßt wurden. Die erste Etappe war geschafft! 

„Jaufen, oder nicht Jaufen?“ vor diese Frage stellte uns Robert vor der Abfahrt am Freitag. Der Wetterbericht meldete nichts Gutes: Gewitterrisiko und Temperaturen um 6°C. „Jaufen! Wir sind ja nicht aus Zucker“, war das einstimmige Votum der Gruppe. In gemütlichem Tempo fuhr ich in einer Vierer-Gruppe den Jaufenpass hoch. Die Stimmung war super, denn der Wetterbericht lag falsch: kein Regen, kein Gewitter, sondern nur ein frischer Wind und Sonnenschein empfing uns auf der Passhöhe (2.094m). Nach einer Kaffeepause in St. Leonard Vorbei am traumhaften Kalterer See, rollten wir flott zum  ging es weiter bis in den Kessel von Meran. Es folgten noch zwei kleinere Bergwertungen, bei denen ich meinen Mitfahrer testen konnte. Fazit: Auch 15.000 Jahreskilometer sind keine Garantie für Schnelligkeit am Berg! Vorbei am traumhaften Kalterer See, rollten wir flott zum Hotel in der Nähe von Tramin. 

Von „wellig“ war bei der Tourbesprechung die Rede, als die 60 km Anfahrt über das Etschtal zum Passo Campo Carlo Magno besprochen wurde. Kurz aus-gebremst durch das eigensinnige Verhalten zweier Teilnehmer ging es endlich hinter dem Ort Dimaro (760 m üNN) in den Anstieg, der im oberen Teil relativ flach wird, bevor sich auf 1.681m ein traumhafter Blick auf die Brenta-Gruppe bietet! Nach einen ausgiebigen Sonnenbad führte uns die Tour durch den Wintersportort Madonna di Campiglio. Bei der Abfahrt nach Tione di Trento hatten wir wunderschöne Brentablicke und fuhren entlang einer Schlucht bis Ponte Arche. In Lomaso erwartete uns in einem Schlosshotel ein wunderbares Abendmenü. Damit sollte der Abend für einige Teilnehmer noch nicht zu Ende sein: Nach einen gemütlichen Abschlussabend in der Hotelbar zog ein kleiner Teil weiter, um den kleinen Ort unsicher zu machen… Nur so viel: ich hab’ denSonnenaufgang noch gesehen (zumindest verschwommen).

 Nach einen kurzen Frühstück machten  wir uns an den letzten nennenswerten Anstieg und dann folgte die lange Abfahrt vorbei am Tenno See bis an den Gardasee. Füße ins Wasser halten, Baden, Pause und Rücktransfer per Bus an den Tegernsee.

 Fazit: eine tolle Gruppe (naja, Ausreißer gibt’s immer…), ein super Guide und eine sehr gute Organisation durch den Veranstalter machten den Trip unvergesslich! Fünf wunderschöne Tage, die leider viel zu schnell vorbei waren, machten Lust auf mehr: Transalp 2011 ich komme!