Deutschlands erster Mountainbike-Marathon feierte seinen 18. Geburtstag. Mittendrin bei der wilden Party: Die Icemänner Martin Aicham und Horst Kempf.

Der kleine Ort Seiffen liegt kurz vor der tschechischen Grenze mitten im Erzgebirge. Und was die Einwohner dort Jahr für Jahr auf die Beine stellen, ist Mountainbike-Sport vom feinsten. Dieses Jahr gingen rund 1.200 Starter auf den 28 km langen Rundkurs, der je nach Länge ein-, zwei- oder dreimal zu umrunden war. Zusammen mit der Einführungsrunde waren entsprechend 40, 70 oder 100 km zu absolvieren. Die Starter des Team Icehouse e.V. bestritten die 100-km bzw. die 70-km-Distanz.

Hier die Highlights des Rennens aus Sicht von Icemann Horst Kempf: Relativ weit hinten im Startblock stehend dauerte es einige Zeit, bis das Feld Tempo aufnahm. Die Aufwärmrunde gestaltete sich recht entspannt, ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Dinge war die erste von drei Passagen der „Alp de Wettin“, eines 500 m langen 20% steilen Uphill-Abschnitts. Die erste Hälfte des folgenden Rundkurses offenbarte dann das ganze Drama, das der heftige Regen der Vortage angerichtet hatte. Schwerer, nasser Boden, soweit das Auge reicht, Pfützen groß wie Fischteiche und Matsch, Matsch, Matsch. Keine Forststraßen weit und breit. Zusammen mit den bewurzelten Waldwegen und einigen fahrtechnischen Herausforderungen ergab sich eine sehr spaßige aber auch die volle Konzentration fordernde erste Halbzeit. An der ersten Verpflegungsstation dann der Beweis der perfekten Organisation des Veranstalters: Top Versorgung und sogar ein bemannter Hochdruckreiniger für die schnelle Zwischendurchwäsche des mittlerweile 2 kg schwereren Bikes. Die zweite Hälfte des Rundkurses weißt glücklicherweise eine ruhigere Charakteristik auf, so dass hier relativ problemlos gefahren werden kann. Allerdings auch hier: zäher, nasser Boden. An der Alp de Wettin peitschen dann die Zuschauer die Starter nach oben. Riesenstimmung, Partylaune, Zuschauer in 3er Reihen lassen fast TdF-Feeling aufkommen. Als 70-km-Starter musste die Runde dann ein zweites Mal durchfahren werden und das gestaltete sich durch die schwierigen Bedingungen doch ziemlich zäh, diverse Kettenklemmer taten ihr übriges, so dass in der Endabrechnung 05:48 Std. für die 70-km-Strecke gezeitet wurden.

Horst's Fazit: Die Bedingungen waren herausfordernd, aber zwei tolle Souvenirs machen das Leiden wieder wett: glitzernder (!) Dreck am Fahrrad (temporär) und eine wirklich schöne  erzgebirgische Volkskunst - Finisher-Medaille (bleibt). Und: Seiffen ist auch in 2011 auf jeden Fall eine Reise wert.

Einen komplett verpatzten Tag erwischte der zweite Starter des Team Icehouse Martin Aicham. Die Wochen zuvor ließen ein vernünftiges Training der Langstrecke nicht zu, dazu kam eine Erkältung 10 Tage vor dem Rennen. Die Nacht vor dem Rennen war mit nur 10°C zudem recht frisch fürs Camping und ließen den Studenten relativ schlecht schlafen. So stand Martin bereits mit verspanntem Nacken im Startblock. Der Start verlief dennoch sehr gut, auf den sumpfigen und schwierigen Streckenpassagen zu Beginn der Runde konnte er zahlreiche Plätze gutmachen. Die ersten 40 km (Einführungsrunde und erste Runde) waren dann auch wie geplant in unter 2 Std. absolviert. Doch nach rund 55 km  kam der berühmte Mann mit dem Hammer: Gleichzeitig setzten Krämpfe im Nacken und den Oberschenkeln ein. Dazu kam ein technisches Problem, welches nach einigen Minuten aber wieder behoben werden konnte. Diese nervenaufreibende Zeit zeigte Wirkung, danach war der Fluss weg und Mann um Mann zog wieder vorbei. Im weiteren Verlauf der Runde zeigten sich die fehlenden Kilometer auf der Langstrecke, die Krämpfe konnten auch durch Massieren und Dehnen nicht unterdrückt werden. Nach 70 gefahrenen Kilometern (in 03:55 Std.) erfolgte daher der Rennabbruch. Da er aber nicht für diese Strecke gemeldet wurde, erfolgt keine offizielle Wertung. „2010 waren die 70 km deutlich härter als letztes Jahr die 100!“ sagten daher auch das Fahrer.

Obwohl das Ego durch diesen vorzeitigen Rennabbruch stark angegriffen wurde, einige positive Ergebnisse lassen sich doch festhalten:

  • Der EBM bleibt das absolute Lieblingsrennen von Martin: Top Organisation, beste Verpflegung und eine wunderschöne Landschaft
  • Auch mit Problemen kann man vorne mitfahren
  • Langstreckenrennen ohne vorher die Langstrecke mal trainiert zu haben – nicht gut….

Fazit: 2011 zur 19. Auflage des EBM steht Martin wieder im Startblock – dann aber top vorbereitet!