Vom 04. bis 09. Oktober 2010 fuhren unser Kassier Karsten Sürich und seine Frau Linde Sürich mit Cross-Bikes in 6 Tagen von Bayreuth nach Hannover und spulten dabei 600 km ab. Hier der Bericht von Karsten Sürich.

 Es ist Montag, der 04. Oktober 2010, 07:30 Uhr, als wir mit den vollbepackten Rädern Typ „Stevens X8 Disc“ vom ICEHOUSE Bayreuth daheim losfahren. Die ersten Meter hinauf vom Asternweg zur Langen Zeile sind schon merkwürdig, weil es ungewohnt ist, mit solchem Mehrgewicht zu fahren. Das Bike ist auch irgendwie sehr viel träger… Wird schon alles gut gehen, denken wir. Das Wetter meint es gut: strahlend blauer Himmel, aber dennoch herbstlich frisch. So bleibt es – Gott sei Dank – fast die gesamte Tour! Es steckt sehr viel Vorbereitungszeit in der Tour, insbesondere für die Routenplanung und das Heraussuchen der Übernachtungsmöglichkeiten. Egal, wir sitzen jetzt auf dem Rad und treten und treten und treten.

Tag 1: Es geht zunächst ca. 75 km entlang des Main-Radweges (mit Umweg über Thurnau) zum Main-Zusammenfluss und weiter über Burgkunstadt nach Lichtenfels. Wir wollen uns – so die Planung – so viel wie möglich an Fluss-läufen halten, um das Panorama zu genießen und um zu viele Höhenmeter zu vermeiden. Über Nebenstraßen und Feldwege geht es weiter nach Unter-siemau, wo wir auf den sogenannten Rodach-Itzgrund-Radweg weiter nach Coburg fahren. Unser Tagesziel Hildburghausen in Thüringen (an der Werra) liegt immer noch recht fern, aber wir sind tapfer und fahren den Weg weiter über Glend, Meeder, Elsa. Nun kommt ein richtiger Anstieg nach Heldritt und über die thüringische Grenze nach Hetschbach. Der Rest über Veilsdorf (erster Sichtkontakt mit der Werra) nachHildburghausen ist dann ein Kinderspiel. 130 km sind geschafft!

Tag 2: Wir fahren den ausgeschriebenen Werratal-Radweg (Radtourenbuch von bikeline ist hier empfehlenswert!) bis Vacha (Grenzstadt Thüringen / Hessen). Die landschaftlich ausgesprochen schöne Tour führt unsu.a. nach Meiningen und Bad Salzungen. Nach 107 km erreichen wir Vacha.

Tag 3: Wir fahren weiter entlang der Werra und erreichen über Heringen den Ort Hörschel, wo wir nach Osten abzweigen für einen Abstecher nach Eisenach (20 km Umweg). Wieder zurück nach Hörschel geht’s weiter über Creuzburg und Mihla nach Treffurt, wo für uns der Werratal-Radweg endet. Heute stehen 97 km auf dem Tacho.

Tag 4: Unser großes Zwischenziel ist heute Leinefelde im thüringischen Eichsfeld. Das liegt aber nördlich von Treffurt und überall sieht man nur Berge. Wir tasten uns auf eigene Faust über Zwischenziele nach „oben“. Zunächst über Diedorf nach Eigenrieden und über den hier befindlichen Berg „Ochsenkopf“ (!) nach Küllstedt. In Dingelstädt geht das Abenteuer dann los:  Es gibt nur eine große, zweispurige Bundesstraße B247, die wir schnellstmöglich verlassen, um über Schotterwege auf eigene Faust nach Birkungen zu gelangen. Nun ist Leinefelde in Sichtweite und wir können die Leinequellen bewundern. Kaum zu glauben, dass hieraus bis Hannover so ein großer Fluss werden kann. Wir halten uns auf dem ausgeschriebenen Leine-Heide-Radweg (Radtourenbuch von bikeline ist auch hier ratsam!), der bis Hamburg ausgeschildert ist. Heute geht es aber nur noch über Heilbad Heiligenstadt, Friedland, Göttingen nach Bovenden. Willkommen in Niedersachsen, dem Land der Zuckerrüben. 108 km sind es am Ende des Tages.

Tag 5: Wir folgen dem Radweg, der nun immer flacherverläuft, bis nach Gronau. Dabei passieren wir Nörten-Hardenberg, Northeim, das wunderschöne Einbeck und Alfeld. Wir befinden uns nun schon im Landkreis Hildesheim und können die „Sieben Berge“ bewundern, die auch im Märchen Schneewittchen eine bedeutende Rolle spielen. Am Abend gönnt sich der Team-Icehouse-Kassier eine niedersächsische Spezialität namens „Braunkohlplatte mit 3 Brägenwürsten, Kassler, Bauchfleisch und Kartoffeln“. Hmmm! Linde Sürich bleibt dann doch lieber bei einem Salat mit Schnitzel. Heute stehen „nur“ 90 km auf dem Tacho.

Tag 6: Der Morgen startet mit starkem Nebel, der uns das Wasser über die Fahrradbrillen laufen lässt. Aber bis zum schönen Schloss Marienburg ist der Nebel fast verschwunden. Der Rest bis Hannover ist ein Kinderspiel. Es geht am Heimatort Rethen vorbei zum Maschsee und zum Neuen Rathaus von Hannover. Es ist jetzt 13:00 Uhr. Geschafft! Nach einem Fotostopp geht’s zurück nach Rethen, wo die Tour nach weiteren 69 kmmit insgesamt 601 km und ca. 3.000 Hm beendet wird. Zurück geht’s mit dem Mietwagen.

Fazit: Absolut sehenswerte Tour mit einem Hauch Abenteuer. Das Gepäck stört nur am Anfang, macht einen dafür ziemlich unabhängig. Mittags kann man immer abschätzen, wie weit man kommt; da sollte man dann immer schon mal nach einem Zimmer Ausschau halten. Wichtig ist natürlich eine optimale Routenplanung. So etwas werden wir auf jeden Fall wieder machen!